Beuten

Mit der Modernisierung der Imkerei am Ende des 18. Jahrhundert haben sich auch die künstlichen Behausungen der Bienen weiterentwickelt. Die sogenannten Beuten aus Holz, Kunststoff, Ton oder Stroh dienen den Bienen als Witterungsschutz und beherbergen die Rähmchen oder natürlichen Wabenbauten. Die einzelnen Formen der Beuten unterscheiden sich in Hinblick auf Ihre vorgesehene Bewirtschaftungsart, hier wird differenziert nach Magazinbeuten mit einer Bearbeitung von Oben, den Hinterbehandlungsbeuten, bei denen zur Durchsicht jedes Rähmchen herausgenommen werden muss und den Korbbeuten, bei denen der gesamte Korb auf den Kopf gestellt werden muss, um an das Bienenvolk zu gelangen. Zusätzlich kann zwischen den zwei unterschiedlichen Bautypen, dem sogenannten Warm- bzw. Kaltbau, aufgeteilt werden. Diese weichen lediglich aufgrund der Wabenausrichtung zum Flugloch voneinander ab.

Bienenbeute aus Holz | Quelle: Maja Dumat / flickr.de
Beute, insbesondere Magazinbeuten, werden wie z.B. auch Rähmchen oftmals aus dem natürlichen und leicht zu verarbeitenden Rohstoff Holz hergestelltBienenbeute aus Holz | Quelle: Maja Dumat / flickr.de

Jede Beute beinhaltet als Aus- bzw. Eingang zum Bienenstock ein Flugloch, in der Regel befindet sich dieses kurz oberhalb des Bodens, damit eventuell eintretendes Wasser bzw. das Schwitzwasser der Bienen ungehindert ablaufen kann. Der Nachteil eines untenliegenden Fluglochs ist aber das leichtere Eindringen von Nagetieren wie z.B. Mäusen, die sich im Winter in den Bienenstock einsiedeln können und das Folg strukturell schädigen.

In der Tracht brauchen Bienen mehr Platz

In den Trachtmonaten wird das auf einen Brutraum mit ca. 10 – 12 Rähmchen reduzierte Bienenvolk erheblich erweitert. Neben der Zugabe eines weiteren Brutraums werden zudem getrennt über ein Absperrgitter auch Honigräume aufgestockt. Das Absperrgitter dient einzig und allein der Trennung von Brut- und Honigraum, sodass die Bienenkönigin nicht den Honigraum bestiften kann.

Die sich immer mehr durchsetzende Bio-Imkerei ist per Definition der Bio-Richtlinien verpflichtet, ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen wie zum Beispiel Holz oder Lehm hergestellte Beuten zu verwenden, wohingegen in der konventionellen Imkerei mehrheitlich in Styropor-Kästen geimkert wird. Hierbei ist vor allem der hohe Gewichtsunterschied zu den Holzbeuten ausschlagegeben. Eine mit Honig vollständig gefüllte Zarge kann schnell 30 – 35 Kg wiegen, sofern die Waben zu je 3 Kg gänzlich verdeckelt sind. Die Haltbarkeit beider Materialen ist sich sehr ähnlich, wenn für einen ausreichenden Beutenschutz mit einem Schutzanstrich gesorgt wird. Für den Anstrich werden bei Holzbeuten zumeist biologische Öle (z.B. Leinöl) verwendet, bei den Styroporbeuten existieren speziell auf den Anwendungsbereich abgestimmte Farbanstriche in unterschiedlichen Farben. Im Preis existieren hingegen einige Unterschiede, durch den höheren Arbeitsaufwand für die Holzverarbeitung, Fräsungen und dem Zusammenbau sind die Beuten aus Holz wenige Euro teurer. Beuten aus Styropor werden zumeist im Spritzgußverfahren hergestellt.

Natürlich imkern in Großraumbeuten


Die Autoren, welche sich seit ihrer Kindheit mit Bienenbeschäftigt, gibt in diesem literarischen Werk einen wunderbaren Einblock in die Großraumbeuten, insbesondere in das Maß Dadant, welches als Ursprung für einräumige Brutraume gilt. Zudem orientiert es sich an dem natürlichen Brutnest der Bienen durch ungeteilte Brutflächen.

Autor: Melanie von Orlow
Verlag: Ulmer (Eugen)
Broschiert: 142 Seiten
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