Ablegerkasten

Ein Ablegerkasten ist nichts anderes als eine verkleinerte Beute, in den wesentlich weniger Waben des im Bienenstand üblichen Maßes Platz finden. Der Kasten besteht, wie auch die Beuten aus Holz oder Kunststoff und kann üblicherweise 5 – 6 Rähmchen fassen. Hauptsächlich findet er im Aufbau neuer Bienenvölker anklang, die noch nicht über ausreichend Bienenmasse verfügen, um eine ganze Zarge zu besetzen und die darin enthaltene Brut zu wärmen. Die Verwendung eines gleichen Rähmchenmaßes bei Ablegerkästen und Beuten der Wirtschaftsvölker machen ein späteres Umstellen der Ableger in richtige Beuten wesentlich leichter und schneller möglich. Durch die verringerte Anzahl an Waben und dadurch auch die Reduzierung der Wabenfläche wird gleichsam auch weniger Bienenmaterial benötigt. Insbesondere bei der Umsiedlung von begatteten Königinnen aus Begattungskästen in einen Ablegerkasten ist dies von entscheidendem Vorteil, weil noch keine größere Anzahl an Bienen aus dem begrenzten Brutraum der Begattungskästen schlüpfen konnte.

Ablegerkasten aus Holz | Quelle: Maja Dumat / flickr.com
Die Ablegerkästen können sowohl aus dem natürlichen Rohstoff Holz, als auch aus konventionelem Styropor hergestellt werden. Maßgebend ist, dass die Bienen ausreichend Platz zur Entwicklung haben und die Beuten ggf. erweitert werden können.Ablegerkasten aus Holz | Quelle: Maja Dumat / flickr.com

Zu Erstellung von Ablegern in den Ablegerkästen existieren weiterhin verschiedene Verfahren, wie z.B. Brutableger- oder Kunstschwarm-Bildung. In die neu auszuziehenden Bienenvölker werden in den meisten Fällen auch schlupfreife Brutwaben eines oder mehrerer Wirtschaftsvölker gegeben. Dadurch können die Wirtschaftsvölker zur Schwarmverhinderung geschröpft und neue Bienenvölker als Ersatz für Verluste aus der Überwinterung oder der Varroamilbe aufgebaut werden. Ebenfalls werden Ableger für das Ausbrüten von jungen Weiseln aus umgelarvten Weiselzellen genutzt. Hierzu werden Junge Bienen aus einem Wirtschaftsvolk, sowie junge Brutlarven mit wenige Tage alten Eiern in einen Ablegerkasten gegeben. Nach einigen Tagen werden die angesetzten Weiselzellen ausgebrochen und Zuchtleisten mit umgelarvten Weiselnäpfchen eingehängt.

Angelehnt an die Magazinimkerei

Ablegerkästen sind in ihrem Aufbau ähnlich denen von Beuten, sie bestehen bei modularen Systemen auch aus einem austauschbaren Boden, einer oder mehrerer Zargen, sowie einem Deckel und bei eventueller Einfütterung des Ablegers für den Winter ebenfalls aus einer Futterzarge. Bei modularen Systemen können bei steigender Stärke der Bienenmaße im Ableger zusätzliche Zargen mit Rähmchen aufgesetzt werden, sodass der Brutraum für die weitere Bestiftung der Königin erweitert werden kann. Die Wandstärken handelsüblicher Ablegerkästen aus Holz bestehen in der Regel aus Fichten- oder Kiefernholz mit einer Brettstärke von 18mm – 25mm. Hierbei gilt, je dicker das Holz, umso besser isoliert die Beute gegen Kälte und Witterungseinflüsse von außen. Beuten aus Kunststoff haben aber wesentlich bessere Isolationswerte als Holz, trotzdem bieten Holzbeuten ein natürlicheres Bienenklima. Zudem sollten Holzbeuten immer gegen Witterungseinflüsse mit einem bienenfreundlichen Holzschutzmittel oder Schutzanstrich imprägniert werden.

Natürlich imkern in Großraumbeuten


Die Autoren, welche sich seit ihrer Kindheit mit Bienenbeschäftigt, gibt in diesem literarischen Werk einen wunderbaren Einblock in die Großraumbeuten, insbesondere in das Maß Dadant, welches als Ursprung für einräumige Brutraume gilt. Zudem orientiert es sich an dem natürlichen Brutnest der Bienen durch ungeteilte Brutflächen.

Autor: Melanie von Orlow
Verlag: Ulmer (Eugen)
Broschiert: 142 Seiten
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