Deutsch Normalmaß

In der Imkerei existieren sehr viele und vor allem unterschiedliche Rähmchenmaße die in einem mehr oder minder großen Gebiet verbreitet sind. Einzelne Statistiken sprechen sogar von bis zu 200 verschiedenen Wabenmaßen allein im deutschsprachigen Raum Deutschland, Österreich und er Schweiz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Versuch unternommen die Imkerei auf ein standardisiertes Wabenmaß zu vereinheitlichen, um Probleme beim Austausch von Völkern zu reduzieren und die Produktionskosten für Beuten, Rähmchen und Mittelwände aufgrund größerer Stückmengen zu verringern.

Die Einführung des Deutsch-Normalmaß, das für Deutschland eine vereinheitlichte Imkerei ermöglich soll, wird auf den Zeitraum von 1948 bis 1950 datiert. Es entspricht dem rechnerischen Durchschnitt aller damals gebräuchlichen Rähmchengrößen. Leider entspricht es zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr den gewachsenen Anforderungen der Bienen und der Magazin Betriebsweise in der Imkerei. Durch dieses Manko wird es allmählich durch die immer stärker an Verbreitung gewinnen Maße Dadant, Langstroht und Zander verdrängt. Durch verschiedene Variationen des Rähmchenmaßes in seiner Höhe soll diesem Verlust an Marktanteilen entgegen gewirkt werden. Die Einführung des 1 ½ Deutsch-Normalmaß (Anderthalb) mit einer um 50% größeren Wabenfläche ermöglicht nun das dadantmäßige Imkern mit nur einem Brutraum. Insbesondere die Buckfast musste bei starkem Brutgeschäft auf 2 Normalmaß-Zargen erweitert werden, um den Ansprüchen der großen Bruttätigkeit gerecht zu werden. Das Maß Anderthalb stellt hierbei einen gelungenen Kompromiss zwischen zukunftsorientierter Großraumwabe und konventioneller Imkerei im Normalmaß. Es müssen alte Gerätschaften nicht entsorgt, sondern können in Kombination mit dem regulären Normalmaß weiter verwendet werden.

Kombination aller bekannten Rähmchenmaße

Mit der Erweiterung auf unterschiedliche Wabenmaße, die zwar in der Magazinbetriebsweise kombinierbar sind, muss der Imker auch wesentlich mehr Rähmchen, Zargen und Mittelwände für die verschiedenen Größen bereithalten. Neben dem zusätzlichen finanziellen Aufwänden für die Anschaffung, entstehen auch ein größerer Bedarf an Lagerfläche und ein steigender Arbeitsaufwand für die Herstellung von verschiedenen Rähmchen, Zargen, Mittelwänden und der weiteren Verarbeitung der Gleichen. Die Trennung der Rähmchenmaße für Brut- und Honigraum lassen zudem keine Wabenrotation im Sinne von „Honigraum“ – „Brutraum“ – „Einschmelzen“ mehr zu, sondern werden, jedes Maß für sich, einzeln nach ihrer Abnutzung bewertet und ausgesondert. Hierdurch bieten sich aber wiederum auch Chance, denn es besteht jetzt nicht mehr die Gefahr, dass bebrütete Waben aus dem Brutraum einfach in den Honigraum umgehängt werden. Hierdurch kann die Qualität des Honigs verbessert ein zusätzlicher Vorteil in Form von Qualitätssteigerung für den Verbraucher geschaffen.

Das Deutsch-Normalmaß ist ausschließlich in Deutschland verbreitet und galt als optimales Maß für die Bewirtschaftung von Carnica Völkern in Hinterbehandlungsbeuten. Mit der Verbreitung der Buckfast und der Umstellung auf Magazinimkerei hat dieses Rähmchenmaß an Bedeutung verloren. Trotz der immer geringer werdenden Verbreitung bieten nahezu alle Beutensysteme noch entsprechende Ausstattung und Zubehör für das Maß an.

Wabendetails



AußenmaßMittelwandInnenmaßWabenfläche
Normal370mm x 223mm349mm x 200mm354mm x 205mm0,1451 m²
Halbmaß370mm x 110mm349mm x 87mm354mm x 92mm0,0651 m²
2/3 Maß370mm x 159mm349mm x 136mm354mm x 141mm0,0998 m²
1 ½ Maß370mm x 338mm349mm x 309mm354mm x 314mm0,2223 m²

Natürlich imkern in Großraumbeuten


Die Autoren, welche sich seit ihrer Kindheit mit Bienenbeschäftigt, gibt in diesem literarischen Werk einen wunderbaren Einblock in die Großraumbeuten, insbesondere in das Maß Dadant, welches als Ursprung für einräumige Brutraume gilt. Zudem orientiert es sich an dem natürlichen Brutnest der Bienen durch ungeteilte Brutflächen.

Autor: Melanie von Orlow
Verlag: Ulmer (Eugen)
Broschiert: 142 Seiten
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