Abschwefeln

Auch Bienenvölker können so unheilbar krank werden, dass eine Rettung des Volkes aussichtslos wird und die Gefahr der Ansteckung weiterer Bienenvölker in keinem Verhältnis zum erwarteten Erfolg steht. Insbesondere bei hochgradig ansteckenden Krankheiten wie der amerikanischen Faulbrut kann die Zwangstötung der Völker sogar durch den zuständigen Veterinär angeordnet werden. Das Abtöten des Organismus erfolgt hierbei mit Schwefeldioxid durch das sogenannte Abschwefeln der Völker. Schwefeldioxid entsteht durch die Verbrennung von Schwefel in Kombination mit dem umgebenden Luftsauerstoff. Die gelben Schwefelstreifen erzeugen bei der Verbrennung ein hochgiftiges Gas, daher ist bei der Handhabung auch auf die eigene Sicherheit zu achten. Der Imker sollte sich nach dem entzünden der Streifen weder in unmittelbarer Nähe noch in der Windrichtung des austretenden Gases aufhalten, um eine Eigenvergiftung zu vermeiden. Das Abschwefeln von Bienenvölker ist immer das letzte Mittel der Wahl, wenn die Bildung von Kunstschwärmen, das Umweiseln oder andere Methoden keine Wirkung mehr zeigen.

Abschwefeln von Bienenvölker | Quelle: Jörg Siebauer / pixelio.de
Das bei der Verbrennung entstehende Schwefeldioxid wirkt unmittelbar auf die Bienen und Brut und tötet diese ab. Abschwefeln von Bienenvölker | Quelle: Jörg Siebauer / pixelio.de

Abschwefeln von Völkern

Das Abschwefeln ist die sicherste Tötungsmethode für die Bienenvölker, die entstehenden Gase wirken rasch auf den Organismus der Bienen und töten auch die enthaltende offene und geschlossene Brut in den Zellen. Nach dem Abschwefeln ist der noch in den Waben befindliche Honig nicht mehr zu verwenden, denn dieser ist mit Schwefel angereichert, daher sollten Honigwaben, welche noch Verwendung finden sollen und dürfen vorher entfernt werden. Sofern der Grund des Abschwefelns nicht die bösartige Faulbrut ist, können Brutwaben vor der Tötung des Bienenvolkes in andere Völker umgehangen werden. Wird das Volk aufgrund von Faulbrut abgeschwefelt, ist eine Entfernung von Brut, Honig oder Waben nicht zulässig, in diesem Fall muss alles abgeschwefelt und hinterher verbrannt oder dekontaminiert werden.

Der optimalste Zeitpunkt für das Abschwefeln ist morgens oder abends, wenn alle Flugbienen sich noch oder schon wieder im Bienenvolk befinden. Anschließend wird das Flugloch mit einem Keil vollständig verschlossen, sollte an den Kanten ein Ausgang bleiben ist dieser ebenfalls mit einem Lappen oder Weichschaumstreifen zu verschließen, damit keine Bienen herauslaufen können. Anschließend werden je nach Größe und Umfang des Volkes 1-2 Schwefelstreifen angezündet und in eine Blechdose oder auf eine Metalplatte gegeben und unter den Boden des Volkes gestellt. Eine zu geringe Dosis kann zu einem Misserfolg und einer Quälerei der Bienen führen, daher ist immer ausreichend Schwefel für die Abtötung zu verwenden. Der Magazinboden muss während der Behandlung mit dem Schwefelgas offen sein, als wenn dieser zur regulären Belüftung dient. Die giftigen Schwefelgase steigen sehr schnell von unten nach oben in die gesamte Bienenbeute und töten die Bienen und Brut recht rasch ab. Es ist darauf zu achten, dass keine brennbaren Gegenstände direkten Kontakt mit dem Schwefel haben, denn es entstehen bei der Verbrennung hohe Temperaturen und es herrscht Brandgefahr.

Eine Behandlung mit Schwefeldioxid ist auch von oben möglich, sofern kein offener Gitterboden zur Hand ist. Hierbei wird eine Leerzarge aufgesetzt und in diese eine Metallplatte und eine Dose gestellt, in welcher der Schwefel kontrolliert verbrennen kann. Die Beute füllt sich ebenso schnell mit dem giftigen Gas und tötet die Bienen zielgerichtet ab. Nach etwa 30 Minuten Wartezeit kann der Deckel der Beute angehoben werden und die restlichen Gase entweichen. Das Bienenvolk sollte nun vollständig tot sein und mit der Dekontamination kann fortgefahren werden.

Abschwefeln von Waben

Eine gängige Methode der Plage von Wachsmotten her zu werden, ist das Abschwefeln von Waben, diese werden dann im Winter nicht von den Motten zerfressen. Zudem ist aber weiterhin eine stetige Nachbehandlung notwendig, hierzu kann Essig in einer Schale unterhalb der Waben über die Luftzirkulation verdunsten. Der Vorteil des Abschwefelns ist, dass die entstehenden Schwefeldioxidgase sich nicht im Wachs anreichern, sondern wasserlöslich und leicht flüchtig sind. Bereits nach wenigen Wochen ist das Schwefeldioxid vollständig von den Waben verschwunden und diese können wieder eingesetzt werden.

Es sei zu bedenken, dass Wachsmotten vorwiegend auf alte und bebrütete Waben gehen, sich dort einnisten, die alten Puppenhäutchen fressen und dabei die Waben zerstören. Auf frischen und unbebrüteten Waben werden sich nur sehr selten Wachsmotten ansiedeln, da Ihnen die nahezu komplette Nahrungsgrundlage fehlt. Daher sollten alte Waben nicht durch abschwefeln weiter konserviert, sondern besser eingeschmolzen und weiterverarbeitet werden.



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