Pollen

Der Pollen ist die einzelne Samenzelle von Blumen, Gräsern und Hölzern mit einer mikroskopischen Größe von weniger als 10 Mikrometer. Mit dem bloßem Auge ist ein einzelnes Pollenkorn nicht zu erkennen, sondern erst bei einer Ansammlung und Verkettung mehrerer hundert Körner kann der feine Pollenstaub überhaupt wahrgenommen werden. Der Pollen wird von den meisten Pflanzen zur Bestäubung und Erzeugung einer genetischen Vielfallt in der Generierung neuer Pflanzensamen als Fortpflanzungsmethode verwendet. Die Übertragung der männlichen Samen erfolgt bei einigen Pflanzen über die Insektenbestäubung, bei anderen zumeist Massenpflanzen über den Wind. Der Nährgehalt ist zwischen den Pollenpflanzen recht unterschiedlich, vor allem Obstbäume und Kreuzblütengewächse wie zum Beispiel Raps haben einen sehr nährstoffreichen Pollen. Je nach Trachtpflanze von denen die Bienen den Pollen gesammelt und in ihren Pollenhöschen in den Bienenstock transportiert haben, kann anhand der unterschiedlichen Färbung die Pflanze, von welcher der Pollen stammt, bestimmt werden. Die Pollenhöschen sind kleine Rillen in den Hinterbeinen, in denen der Pollen haften bleibt und transportiert werden kann.

Pollen | Quelle: Maja Dumat / flickr.com
Der Pollen wird in die Zellen der Wabe fest hineingestampft, klar zu erkennen anhand der Färbung sind die unterschiedlichen Pollensorten.Pollen | Quelle: Maja Dumat / flickr.com

Die runden, meist mit einer hügligen Oberfläche versehenen Körner bestehen zu einem überwiegenden Teil aus Proteinen, Kohlehydraten und Fetten, zudem enthalten sie klebrige Öle und Harze, damit sie an den Insekten haften können. In Abhängigkeit des Übertragungsmediums haben Pollen die über den Wind weitergetragen werden, eine verhältnismäßig trockene Oberfläche, gleichsam ist jene welche an Insekten haften muss mit einer sehr klebrigen Oberfläche versehen. Ein Bienenvolk verbraucht im Jahr zwischen 50 bis 60 Kg an dem Eiweißträger, hauptsächlich wird das nahrhafte Futter an die Jungbienen gegeben. Diese wandeln den Pollen in Futtersaft um und füttern damit die Bienenlarven in den Zellen. Der Pollen ist damit ein wichtiger Faktor für die Aufzucht der Bienenbrut. Die Winterbienen füllen mit dem Pollen ihre Fettreserven im Hinterleib auf um den Winter optimal überstehen zu können. Eine reichhaltige Pollentracht ist an den ausgedehnten Pollenbögen über den Brutwaben zu erkennen. Dieser eingetragene Pollen wird auch als Pollenbrot und somit als Pollenvorrat für die Bienen bezeichnet. Die Bienen stampfen den Pollen fest in die Wabenzellen, dem Imker ist es nicht mehr möglich, diesen aus den Waben zu schleudern. Wird der Pollen als langfristige Eiweißreserve in den Zellen eingelagert, überziehen ihn die Arbeitsbienen mit einem Gemisch von Speichelsekreten und Honig, um diesen haltbar zu machen.

Bereits die Wikinger haben den Pollen mit auf ihre Seefahrten genommen, um während der langen Fahrten eine ausreichende Eiweißversorgung gegen die Mangelerscheinung Skorbut sicherzustellen. Nur durch die Bienen ist eine wirtschaftliche Ernte durch den Menschen überhaupt möglich. Hierzu wird der Pollen unmittelbar am Flugloch über eine Pollenfalle von den Pollenhöschen abgestreift. Die Bienen müssen beim Anflug in den Bienenstock ein schmales Gitter passieren, an dem der Pollen abfällt. Noch am gleichen Tag muss der geerntete Pollen getrocknet werden, andernfalls würde dieser sehr schnell verfaulen und ungenießbar werden. Wichtig ist, dass den Bienen nicht der gesamte eingetragene Pollen genommen wird, sondern die Maßnahme der Pollenernte immer zeitlich begrenzt ist, damit ausreichend Pollen für die Aufzucht der Brut zur Verfügung steht. Pollen ist zudem auch in jedem Honig enthalten, hierdurch ist auch eine Bestimmung der Sortenvielfallt, bzw. der Sortenreinheit möglich.



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