Tropilaelaps

Die Tropilaelaps ist eine Milbenerkrankung durch die Milbe Tropilaelapsose, welche sowohl erwachsene Bienen, als auch die Brut befällt. Die am meisten verbreiteten Stämme sind Tropilaelaps clareae und Tropilaelaps koenigerum. Die Milbe ist zwischen 0,7 – 1,0 Millimeter groß, besitzt eine ovale Körperstruktur und eine rot-braune Farbe. Ihre hauptsächliche Verbreitung finden die Tropilaelapsose in Asien, mit zunehmendem Ausbreitungsgebiet in außereuropäische Länder. Ein Befall von deutschen Bienen ist unmittelbar nach Feststellung zur Anzeige beim zuständigen Veterinäramt zu bringen.

Die Milbe lebt innerhalb des Bienenstocks und legt ihre Eier kurz vor dem Verdeckeln der Larven in die Zellen. Es werden zwischen 1 – 4 Eier je Brutzelle abgelegt, um eine ausreichende Nahrungsversorgung der Milbeneier zu gewährleisten. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Milben und fressen sich aus dem Zelldeckel heraus und wiederum neue Eier zu legen. Die Bienenbrut wird durch den Fall stark beeinflusst, oftmals versterben die Bienenlarven und verschimmeln dann in der verdeckelten Zelle. Andere Bienen schlüpfen mit starken körperlichen Behinderungen wie einem verkrümmten Hinterleib, verstümmelte oder abgefressene Flügel, sowie fehlenden oder missgebildeten Gliedmaßen. Ist die Krankheit Tropilaelaps in einem Volk ausgebrochen, sind innerhalb weniger Wochen fast 100% der Brut mit den Milben infiziert. In den ersten Wochen nach einer Ansteckung des Bienenvolks mit den Milben werden bevorzugt Drohnenzellen befallen, da diese eine wesentlich längere Entwicklungszeit haben und der Erreger dadurch mehr Zeit für seine eigene Entwicklung hat. Zudem bieten Drohnenlarven aufgrund ihrer Größe wesentlich mehr Nahrungsgrundlage für die sich entwickelnden Milbenlarven. Auch wenn das Krankheitsbild der Tropilaelapsose dem der Varroa Milbe sehr ähnlich ist und fast identischen Schaden anrichtet, können die Tropilaelapsose Milben im Vergleich zur Varroatose nicht langfristig auf den ausgewachsenen Bienen überleben. Die Tropilaelapsose Milben sind nicht in der Lage, den Panzer der Bienen zu durchdringen um sich vom deren Blut zu ernähren.

Die Milben verbreiten sich ähnlich anderen Krankheiten über die bekannten Faktoren der Räuberei, verfliegenden Bienen auf denen noch Milben der Tropilaelapsose anhaften, wilden Schwärmen, sowie der hauptsächlichen Ursache für eine weiterläufige Verbreitung durch das Wandern mit den Bienen. Momentan ist in Deutschland kein Medikament zur Behandlung der Milbe zugelassen, sollte sich ein Verdacht des Befalls durch den zuständigen Veterinär bestätigen, werden durch diesen umfangreiche Maßnahmen, bis hin zur Abtötung der Bienenvölker veranlasst.

Bienen gesund erhalten: Krankheiten vorbeugen, erkennen und behandeln

Dieses literarische Werk beschreibt die Wichtigkeit der Honigbiene, ihren Nutzen für die Landwirtschaft und welchen Bedrohungen sich das Tier entgegenstellen muss. Ein Schwerpunktthema ist die Varroa, die Kontrolle ihrer Ausbreitung und bienenschonende Behandlung um dem Verbraucher auch weiterhin einwandfreie Bienenerzeugnisse anzubieten.

Autor: Wolfgang Ritter
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