Wespenplage

Insbesondere im Spätsommer kann eine Invasion von Wespen zu einer echten Plage für Mensch und Tier werden. Jedes Jahr aufs Neue sind die Wespen auf der Suche nach Nahrung und befallen Zuckerkuchen und Limonadenflaschen angelockt durch den süßen Zuckergeruch. Eigentlich ernähren sich die Wespen von Raupen und Fliegen, aber die schwindenden Nahrungsvorkommen und das sich auflösende Wespenvolk sorgen für eine stark ansteigende freie Population von Wespen. Zum Herbst verstirbt die Königin des Wespenvolkes und die Arbeiterinnen haben keine Brut mehr zu pflegen und müssen zum eigenen Überleben auf Nahrungssuche in Mülltonnen und Obstbäume fliegen. Teils macht der Hunger der Tiere diese sehr aggressiv, sodass einzelne Wespen durch Stechattacken dem Menschen auch gefährlich werden können. Dabei sind es lediglich zwei von insgesamt 14 unterschiedlichen Wespenarten, die sich zu einer wirklichen Plage entwickeln. Es handelt sich hierbei um die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris).

Wespenplage | Quelle: JPW. Peters / pixelio.de
Häufig im Spätsommer kommt es zu einer Wespenplage, wenn die letzten Wespen auf der Suche nach den letzten Futterquellen sind.Wespenplage | Quelle: JPW. Peters / pixelio.de

Spätestens Mitte Oktober ist die Plage vorbei, wenn die letzten Arbeitswespen verstorben und die jungen Königinnen sich einen Unterschlupf für den Winter gesucht haben. Ganze Wespennester werden in der Regel nicht entfernt, dies ist nur dann der Fall, wenn Kinder und Allergiker unmittelbar durch ein naheliegendes Nest bedroht werden und ein Angriff nicht ausgeschlossen werden kann. Im Normalfall ist ein Stich der Wespe für einen gesunden Menschen ohne Allergie nicht tödlich, es kann aber zu einer starken Schwellung des betroffenen Gewebes kommen. Anders verhält es sich bei Stichen in Mund, Hals und Rachen, hierbei kann die Schwellung schnell zu einer Atemnot führen und somit lebensgefährlich werden. Verhalten Sie sich ruhig, wenn eine Wespe in Ihrer unmittelbaren Nähe auf Nahrungssuche ist, provozieren Sie die Wespe nicht durch Schläge, sondern schieben Sie diese vielmehr durch sanfte Bewegungen von sich weg. Sollte sich die Situation nicht klären, verlassen Sie zeitweise den Ort, bis die Wespe verschwunden ist. Insbesondere im Spätsommer, zur Zeit der stärksten Wespenplage, sollten keine zuckerhaltigen Speisen offen stehen gelassen werden, sondern stets verschlossen sein. Der Duft von Salmiak, frischem Basilikum und Lavendel vertreibt die Wespen oftmals. Bekämpfen Sie die Wespen niemals mit Chemikalien, die Gefahr gestochen zu werden ist ungleich größer, zudem können die ausgebrachten Gifte in geschlossenen Räumen auch zu einer Selbstvergiftung führen.

Wespenplage auf dem Bienenstand

Die Biene stellt eine bevorzugte Nahrung für Wespen dar, insbesondere das eiweißreiche Muskelfleisch der Flügelmuskulatur ist eine gern genommene Speise für die räubernden Wespen. Auch wenn die geringen Verluste durch einzelne Wespen kaum einen signifikanten Einfluss auf die Volkentwicklung haben, kann eine größere Invasion auf schwache Völker doch durchaus zu Problemen führen. In der Regel sind die Völker mit der nachkommenden Brut aber stark genug, um die Verluste stetig auszugleichen und sich bei größerer Wespenplage auch am Flugloch verteidigen zu können. Zusätzlich kann bei geringer Tracht auch das Flugloch eingeengt werden um die Wächterbienen durch ein geringeres Einflugloch zu unterstützen. Um der Wespenplage her zu werden, kann eine Glasflasche mit dünnen Hals und einer leichten Zuckerlösung am Bodengrund einige Wespen einfangen. Die Zuckerwasserlösung sollte etwa 10% betragen und den Boden nur zu etwa 2 – 4cm bedecken. Durch den geringen Zuckeranteil wird vermieden, dass versehentlich auch Bienen angelockt werden und in der Zuckerlösung verenden. Der dünne, lange Flaschenhals einer Weinflasche sorgt dafür, dass die Wespen nicht ohne weiteres wieder aus der Flasche entfliehen können und in der Flüssigkeit ertrinken.

Ein anderer Weg den Wespen her zu werden ist es, die natürlichen Feinde in ihrem Lebensraum zu unterstützen. Die Hornisse ist einer dieser Nützlinge, die es vornehmlich auf Wespen als Nahrungsgrundlage abgesehen haben.

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