Buckfast

Die Entwicklung der Kunstrasse der Buckfast Biene ist zurückzuführen auf den großen Völkerverlust durch die Tracheenmilbe auf den britischen Inseln Anfang des 20. Jahrhundert. Der deutsche Benediktiner Mönch Bruder Adam, alias Karl Kehrle, züchtete im englischen Kloster Buckfast eine Mischlingsform aus der Dunklen und der Italienischen Biene, in Paarung mit den Eigenschaften anderer Bienenrassen. Die Buckfast ist eine Zuchtrasse der westlichen Honigbiene und wird daher auch der Gattung der Apis Mellifera zugerechnet. Die Einzüchtung der Italienischen Biene, welche gegen die Seuche der Tracheenmilbe resistent ist, sollte dem großen Bienensterben ab 1913 entgegenwirken.

Buckfast Biene | Quelle: Frank Mikley / wikipedia.org
Die Buckfast wurde gezüchtet, um die Resistenzen anderer Rassen einzuzüchten und besondere Eigeschaften herauszustellen. Buckfast Biene | Quelle: Frank Mikley / wikipedia.org

Zusätzlich wurden Eigenschaften wie Friedliebigkeit, Schwarmträgheit und Brutstärke besonders heraus gezüchtet, um eine leistungsfähige, winterharte und krankheitsresistente Bienenrasse zu erzeugen. Diese Eigenschaften besitzen die Nachkommen der Buckfast auch heute noch und bilden starke Völker und erzielen sehr gute Honigerträge. Im Zusammenhang mit der Buckfast findet sich auch die Dadant-Betriebsweise mit ihren großflächigen Brutwaben und den modular erweiterbaren Honigzargen auf Langstroht-Maß. Die Buckfast ist optimal für die Imkerei in Magazinbeuten geeignet und würde sich in anderen Beuten schnell eingeschränkt füllen und zum schwärmen neigen. Zu guten Trachtzeiten mit ausgiebigen und warmen Sonnenperioden kann die Buckfast einen Honigraum in 4 – 7 Tagen füllen und erzielt in Spitzenzeit Honigerträge von 50 – 80 Kilogramm je Volk.

Die Biene von Bruder Adam definiert sich ausschließlich über ihre positiven Eigenschaften und besitzt kaum charakteristische Merkmale in Farbgebung und Körpergestalt. Die Selektion der Nachzuchten erfolgt nur über ihre Eigenschaften, eine Unterteilung nach körperlicher Beschaffenheit erfolgt nicht. Diese Zuchtmethode ist auch unter dem Begriff dynamisches Zuchtverfahren bekannt, bei dem Rasseeinkreuzungen mit positiven Zuchtergebnissen erwünscht sind. Die Buckfast ist daher auch eine Kunstrasse, weil sie lediglich aus der Kreuzung verschiedener Bienenrassen besteht und stetig mit neuen Rassen zur Herausbildung weiterer positiver Eigenschaften gekreuzt wird. Trotzdem kann eine Unterscheidung der Buckfast zur in Deutschland verbreiteten Carnica anhand der helleren Ringe im Panzer des Hinterleibs vorgenommen werden. Eine explizite Festlegung, dass es sich hierbei um eine Buckfast handelt, kann aber nicht getroffen werden.

Insbesondere für wirtschaftlich orientierte Imker ist die Buckfast durch ihren hohen Honigertrag und der Schwarmträgheit optimal geeignet. Berufs- und Erwerbsimker können mit der Biene gute Erträge bei gleichzeitig reduziertem Aufwand erwirtschaften. Seit den 1960er Jahren verbreitet sich die Buckfast zunehmend in Deutschland und verdrängt dadurch die vor ihr aus dem Balkan angesiedelte Carnica Biene. Trotz der vielen Vorteile der Buckfast ist die Verbreitung zwar hoch, aber in einigen Gebieten dominiert weiterhin die ausschließliche Zucht der Carnica. Oftmals werden Imker die mit der Buckfast und nach der Dadant-Betriebsweise imkern von ihren Kollegen belächelt.



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