Landbiene

Die Landbiene ist keine eigenständige Bienenrasse wie zum Beispiel die Carnica oder Buckfast, sondern eine Entwicklungsform der Biene, die sich an die örtlichen Umweltbedingungen angepasst hat. Der Begriff Landbiene leitet sich von der vollständigen Bezeichnung „Landschaft angepasste Biene“ ab. Es handelt sich hierbei vielmehr um eine Betriebsweise des Imkers als um eine spezielle Zuchtform oder Rasse mit typisierten Eigenschaften. Die Entstehung dieser Bienenart erfolgt durch ausschließliche Standbegattung der Königinnen über mehrere Generationen, sofern keine Zufuhr von anderem genetischen Materials durch ansässige Züchter und Imker erfolgt. Hierdurch ist die genetische Vielfallt des zur Verfügung stehenden genetischen Pools stark eingeschränkt und die Eigenschaften der Bienen an ihre vorherrschende Umwelt werden stärker ausgeprägt.

Maßgebend für die erfolgreiche Zucht einer Landbiene sind der fehlende überregionale Bienenhandel und der Verzicht zur Wanderung über die regionalen Territorien hinaus. Gleichzeitig muss über die züchterischen Fähigkeiten des Imkers eine Selektion der nachfolgenden Generationen vorgenommen werden, indem nur Nachkommen an Königinnen aus den stärksten Völkern gezogen werden. Die Zucht beschränkt sich nicht auf die äußere Merkmalserhaltung, sondern erweitert und priorisiert sich auf die Züchtung schwarmträger, sanftmütiger und robuster Bienen. Zur Vermeidung von Inzuchten ist das Aufbau großer Volkpopulationen notwendig, gleichermaßen kann aber auch der Zusammenschluss im Imkerverbund gleicher Interessenten erfolgen, mit der Zielsetzung zur Erzeugung einer angepassten Biene. Solche Interessengemeinschaften finden sich zum Beispiel bei der Wiederansiedlung der Nordbiene in Deutschland, welche seit Mitte des 20. Jahrhunderts durch die Buckfast und Carnica verdrängt wurde. Die Nordbiene oder auch „apis mellifera mellifera“ war einst die heimische und dominierende Bienenrasse und hatte sich äußerst gut an die Bedingungen in Nord- und Mitteldeutschland angepasst.

Mit der Wiederansiedlung der Landbiene geht eine Akklimatisation des genetischen Materials einher. Die Bienen passen sich unter Führung und Lenkung durch den Imker fast selbsttätig an die örtlichen Gegebenheiten an. Diese Anpassung erfolgt nicht von einer Generation zur Nächsten, sondern ist ein langsamer aber kontinuierlicher Prozess. Charakteristika der Biene, welche für die Landschaft von Nutzen sind werden stärker entwickelt, während andere Eigenschaften, die für ein Überleben nicht als notwendig erscheinen, verkümmern. Dem Imker obliegt die Aufgabe schwache und anfällige Völker von den starken Wirtschaftsvölker zu selektieren und mit besserem genetischen Material und somit neuen Königinnen auszustatten. Über mehrere Jahre hinweg werden sich die Bienen an regionale Krankheiten gewöhnen und Abwehrmechanismen entwickeln diese selbsttätig und ohne größere Verluste zu überstehen.



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