Belegstelle

Die Einrichtung der Belegstelle dient der Erhaltung einer reinrassigen Zucht von Bienenköniginnen und einer gezielten Paarungskontrolle der jungen Königinnen mit rasseechten Drohnen. Die Königinnen werden auf natürliche Weise im Flug auf den Drohnensammelplätzen begattet. Hierzu stellt die Belegstelle mehrere Drohnenvölker, die sogenannten Vatervölker, zu Verfügung, um ausreichend männliche Bienen für die Begattung vorzuhalten. Um das Eindringen von fremden Drohnen anderer Imker in die Drohnensammelplätze zu unterbinden, befinden sich dich Belegstellen im Umkreis von 7 bis 10 Kilometern in einem imkerfreien Gebiet. Ist dies durch die örtlichen Gegebenheiten nicht möglich, wird versucht die ansässigen Imker mit Bienenvölker der gleichen Zuchtlinie auszustatten. Nur durch diese umfangreichen und kostspieligen Maßnahmen eine rasseechte Zuchtlinie und die Fortführung der gewünschten Rasseeigenschaften überhaupt erst möglich.

In der Praxis werden die Belegstellen anhand Ihrer örtlichen Gegebenheiten nach Landbelegstelle, Inselbelegstelle und Hochgebirgsbelegstellen klassifiziert. Die Insel- und Gebirgsbelegstellen bieten für die Gewährleistung von reinrassigen Drohnen die besten Bedingungen. Zudem findet eine strikte Trennung der zur Begattung zur Verfügung stehenden Bienenrasse statt. In Deutschland sind die vorherrschenden Bienenrassen die Carnica und Buckfast Biene. Jede Belegstelle hat sich auf eine nur eine dieser Arten spezialisiert. Für den Schutz der Belegstellen ist eine staatliche Anerkennung möglich, dadurch können die Zuchtwarte ein Ansiedeln im hoheitlichen Gebiet und ein Einführen anderer Bienenrassen steuern und im Einzelfall auch verhindern. Eine staatliche Anerkennung kann jede Belegstelle erlangen, wenn sie die entsprechende Anträge und die Einhaltung der Reinzucht nachweisen kann.

Auf den deutschen Inselbelegstellen werden jährlich etwa 10.000 Königinnen begattet. Diese werden von den Imkern an die Belegstelle in standardisierten Begattungskästen mit circa 1.000 Begleitbienen gesendet. Die Zuchtwarte überwachen die erfolgreiche Begattung und senden legereife, begattete Königinnen wieder an die Züchter in ganz Deutschland zurück. Bei der Beschickung der am meisten verbreiteten Begattungskästen Einwabenkästen (EWK) oder Mini Plus Beuten dürfen durch den einsendenden Imker keine eigenen Drohnen mit eingeführt werden. Hierzu sind die Bienen beim Einfüllen durch ein Absperrgitter zu Sieben und die Drohnen auszusortieren. Die unbegattete Königin sollte bereits vor Ihrem Jungfernflug gezeichnet, aber nicht am Flügel beschnitten werden. Ein nummerisch gekennzeichnetes Plättchen mit dem Jahresfarbcode ermöglicht bei einem Verflug der Königin nach der Begattung in ein anderes Begattungskästchen die eindeutige Zuweisung der Königin zu ihrem Ursprungsvolk.

Begattungskästchen
Zur Königinzucht eigenen sich vorallem kleine Begattungskästchen, welche nur wenig Bienen zur Besiedelung benötigen. Nach der Begattung der Königin können diese wieder kurzfristig aufgelöst werden.

Kosten: ca. 15,00 EUR – 25,00 EUR

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Königinnenzucht: Praxisanleitungen für den Imker


Mit fortschreitendem Interesse zur Imkerei wird man an der Vermehrung und Zucht neuer Königinnen als Imker nicht vorbei kommen, in diesem literarischem Werk zu Königinnenzucht wird umfassen über die Vermehrung und nachhaltige Fortführung mit vitalem Königinnen eingegangen. Durch die Aktualität ist man nahe am aktuellen Wissensstand der Bienenzucht.

Autor: Gilles Fert, Nowottnick Klaus
Verlag: Stocker
Gebundene Ausgabe: 156 Seiten
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