Räuberei

In den trachtärmeren Zeiträumen nach der Haupttracht ab Juli versuchen die Bienen durch Räuberei andere Nahrungsquellen zu erschließen. Dabei handelt es sich oftmals um Bienenvölker, die aufgrund ihrer Entwicklung schwächer und dadurch gegen einen Angriff wehrlos sind. Die räubernden Bienen zerstören dabei ganze Bienenvölker, ermorden die Bienen und Königin und nehmen jeglichen Honig aus den Waben mit in ihren eigenen Bienenstock. Nach einem Angriff sind die Völker zumeist stark dezimiert und nicht mehr in der Lage ihre eigene Brut oder sich selbst zu versorgen. Oftmals wird auch die Königin des angegriffen Volkes getötet, sodass ein Eingreifen des Imkers noch während der Räuberei notwendig ist. Die Völker sind nach einem Angriff meist so geschwächt, dass diese nicht mehr genug Bienenmaße und Nahrung haben um rechtzeitig eingewintert werden zu können und aufgelöst oder vereinigt werden müssen.

Räuberei | Quelle: Maja Dumat / flickr.com
Räuberei kann bei bei plötzlich, starkem Flugflugbetrieb in trachtarmen Zeiten erkannt werden.Räuberei | Quelle: Maja Dumat / flickr.com

Bereits geringe Menge von verschüttetem Futter können zum Auslöser einer Räuberei werden. Innerhalb von wenigen Minuten kann sich die Nachricht der Futterquelle bei den umliegenden Völker herumgesprochen haben, sodass bereits nach 10 Minuten der Futterrest und im Zweifel auch das daneben befindliche Volk von Bienen umschwärmt wird. Eigentlich sollen sich die Bienen durch die Fluglochwache von Arbeitsbienen gegen andere Völker verteidigen. Bei schwachen Völkern mit einem großen Flugloch reichen die zur Verfügung stehenden Kräfte nicht aus, um alle Eindringlinge abzuwehren und das Volk wird von der Heerschar ankommender Bienen überrannt. Bereits offen stehenden Honigwaben, die bei einer zu Ende gehenden Tracht dem Bienenvolk entnommen werden, können Auslöser für einen solchen Raubzug sein.

Bei der Einfütterung das Flugloch einengen

Zur Verbeugung von Räuberei im Spätsommer und Herbst sollten ausnahmslos alle Fluglöcher stark verengt werden, wenn nicht mit einer steigenden Tracht gerechnet wird. Dadurch müssen die Wächterbienen nur einen sehr kleinen Bereich beschützen und können ihr Flugloch besser verteidigen. Auch das gleichzeitige Einfüttern ist eine effektive Gegenmaßnahme, denn werden alle Völker mit Zuckerwasser bedient, sind diese mit der Einlagerung beschäftigt und haben ausreichend Futter um nicht in eine räuberische Stimmung zu verfallen. Nach dem Abschleudern der letzten Tracht sind immer einige Futterwaben im Volk zu belassen, damit die Bienen aufgrund ausfallender oder reduzierter Tracht nicht in eine Futternot geraten und aus purem Überlebensdrang andere Völker überfallen. Auch die Arbeiten am Volk selbst sollten geprägt sein durch einen sorgsamen und vorausschauenden Umgang mit den Bienen. Es ist kein Futter zu verschütten, entnommene Waben sind abzudecken und schnellstmöglich aus dem direkten Umkreis der Bienen zu entfernen, die Arbeitsutensilien und der Imker selbst hat auf Sauberkeit zu achten, seine Hände stetig von anhaftendem Honig zu säubern und nicht zwingend alle Außenteile mit den Honig verklebten Händen zu berühren.

Zur Verbeugung können schwächere Ableger, die sich noch bis zur Überwinterung entwickeln müssen etwas abseits des Standes gestellt werden, auch hat es sich bewährt, bereits bei schwächeren Völkern frühzeitig das Flugloch einzuengen und dieses ggf. mit belaubten Ästen zu bedecken um ein direktes Anfliegen von Kundschafterinnen zu verhindern. Präventive Maßnahmen haben eine größere Erfolgsquote zur Vermeidung, als ad hoc-Maßnahmen bei bereits eingesetzter Räuberei.

Aktuelle Räuberei der Bienen abwehren

Ist eine Räuberei ausgebrochen, dann wird das Bienenvolk solange von den Räuberbienen angeflogen, bis alle Vorräte aufgebraucht sind. Auch aufkommende Dunkelheit hält die Völker dann nicht mehr davon ab, am nächsten Tag wieder das schwäche zu beraubende Volk aufzusuchen. Hier hilft es nur, dass schwache Volk an einen anderen Bienenstand zu verbringen und das Flugloch noch weiter einzuengen. Es ist nicht ratsam das ausgeraubt Volk nur auf dem Stand selbst zu verrücken, da sich die Räuberbienen schnell auf einen leicht geänderten Platz einfliegen können. Zudem sollte man anstelle des Volkes welches Opfer der Räuberei geworden ist, eine leere Bienenbeute stellen, sodass die Räuberbienen in einen leeren Kasten fliegen und davon ausgehen, dass alle Vorräte aufgebraucht sind. Andernfalls kann es auch dazu kommen, dass die Räuberbienen die Nachbarvölker aufgrund der fehlende Beute versehentlich aufsuchen und die Räuberei auf andere Völker übergreift.



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