Imker werden

In den letzten Jahrzehnten hat die Zahl der Imker rapide abgenommen, dies resultiert nicht zuletzt aus der zunehmenden Vergreisung der Imker, denn die meisten von ihnen sind bereits über 60 Jahre und älter. Trotzdem konnte ein Trend bei der Jugendförderung aktiviert werden, bei denen Jugendliche im Alter zwischen 10 – 16 aktiv an die Bienenhaltung herangeführt werden. Dabei ist die Tätigkeit des Imkers sehr abwechslungsreich, neben dem Umgang mit den Tieren sind es viele Nebentätigkeiten wie Beutenbau, Honigernte und Verarbeitung, Wachsgewinnung und die Königinnenzucht.

Ein Großteil der Bienen werden in Deutschland von Hobby Imkern bewirtschaftet, die in den erste Jahren mit 2 – 5 Völkern begonnen haben. Im Durchschnitt besitzen die 80.000 aktiven Imker in Deutschland jeweils 10 Völker, die bei einer hobbymäßigen Bewirtschaftung zumeist auf dem eigenen Grundstück oder in unmittelbarer Nähe zum eigenen Wohnort untergebracht sind. Für Anfänger gilt immer im Kleine anfangen, damit die Freude an dem neuen Hobby nicht in einer zeitraubenden Last endet und nach wenigen Jahren wieder aufgegeben wird. Für einen ersten Einblick bieten sich offizielle Einsteigerlehrgänge an, in denen den Jungimkern die Aufgaben, Tätigkeiten und Voraussetzungen für den Aufbau einer eigenen Imkerei näher gebracht werden. Auch ist es empfehlenswert mit einem Imkerpaten die ersten Arbeiten am eigenen Stand durchzuführen. Einen Imkerpaten finden Sie zumeist unter den hilfsbereiten Kammeraden in ihren örtlichen Imkervereinen. Ein Betritt in einem Imkerverein ist für jeden Neuimker immer zu empfehlen, neben der fachlichen Kompetenz der Vereinsmitglieder, können sie auch einer sehr kostengünstigen Haftpflichtversicherung partizipieren, die eingreift, wenn ihre Bienen anderen Leuten Schaden zugefügt haben.

Wenn Sie nicht auf ein eigenes Grundstück zurückgreifen können, dann bietet es sich an, in ansässigen Kleingartenvereinen nach einer Parzelle zu fragen. Die Kleingärtner sind über die Bestäubung ihrer Blumen und Pflanzen froh und begrüßen oftmals die Ansiedlung eines Imkers in ihrem Kleingartenverein. Die Parzelle mit Gartenhaus bietet auch die Möglichkeit, alle notwendigen Utensilien wie Bienenschleuder, Beuten, Gerätschaften, Schutzkleidung und eventuell eine kleine Werkstatt unterzubringen. Die genannten Anschaffungen werden gerade in der Gründungszeit einen großen Kostenposten ausmachen und mit einigen hundert Euro zur Buche schlagen. In einigen Bundesländern wurden durch die Behörden Förderprogramme ausgeschrieben, die einen Teil der Kosten übernehmen, sodass in vielen Fällen bis zu 50% der Erstanschaffung abgedeckt werden. Neben der finanziellen Investition muss der Jungimker auch Zeit für die Arbeiten am und für das Bienenvolk einkalkulieren. In der Regel sollte man mit 7 – 10 Stunden pro Jahr und Bienenvolk rechnen, wobei ein Großteil der Zeit im Frühjahr und Sommer aufgebracht werden muss.

Möchte man versuchen von der Imkerei auch seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, sollte der Betrieb mindestens 100 Bienenvölker umfassen. Auch wird die aus der Hobbyimkerei genutzte Ausstattung nicht mehr ausreichen, sondern viele Prozesse müssen in ihrem zeitlichen Ablauf rationalisiert und optimiert werden. Der Beruf des Imkers ist ein anerkannter, dreijähriger Lehrberuf zum Tierwirt – Fachrichtung Imkerei, in dem das 1. Jahr nur aus dem theoretisches Berufsschuljahr und die letzten beiden Jahre aus der praktische Ausbildungszeit bestehen. In dem landwirtschaftlichen Berufsbild ist nach einer mindestens dreijährigen Berufstätigkeit auch die Meister-Qualifikation zum Imkermeister möglich. Der erfolgreiche Abschluss der Meisterprüfung berechtigt dann zum Tragen der Meisterbezeichnung „Tierwirtschaftsmeister, Teilbereich Bienenhaltung“.

Möchte man sich als Imker selbstständig im Vollerwerb machen, sollte einem auch klar sein, dass mit den Bienen gewandert werden muss, weil an einem Standort nicht ausreichend Blüten, Nektar und Pollen für 100 und mehr Bienenvölker verfügbar sein werden. Hierdurch ist es auch erforderlich, mit mehreren Ständen gleichzeitig zu arbeiten und sich mit den jeweiligen Wanderordnung und Gesetzgebungen im den einzelnen Wandergebieten auseinander zu setzen. Trotzdem bietet der Schritt in die Selbstständigkeit gute Voraussetzungen, denn in Deutschland können nur 20 Prozent des Honigbedarfs durch die eigenen Imkereien gedeckt werden und vielerorts gibt es nur sehr wenige Imkereien, sodass es zu keinem Konkurrenzdruck kommen sollte.



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Das Internetportal Beeventure möchte Imkern und Interessierten eine Plattform zum Austausch von Informationen bieten und zur Diskussion anregen. Die Imkerei und damit auch die Honigbiene verschwinden zusehenst in Ermangelung an Nachwuchsimkern und Interessenten. Die Folgen für Natur, Landwirtschaft und Menschen sind nicht absehbar, sicher ist nur, dass die Biene einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung vieler Kulturpflanzen leistet und ohne diese mit geringeren Ernten zu rechnen ist.

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