Investitionen und Wirtschaftlichkeit

Der Einstieg in die Imkerei zieht oftmals zu tätigende Investitionen nach sich, sofern nicht eine bestehende Imkerei kostenlos übernommen werden kann. Nicht alle Investitionen müssen sofort getätigt werden oder sind von Anfang an notwendig, trotzdem können sich die Kosten für eine Erstanschaffung auf mehrere tausend Euro belaufen. Für die Erstausstattung lohnt es sich oft die Preise der unterschiedlichen Händler zu vergleichen um günstige Angebote oder Aktionspreise zu nutzen. Einmalige Investitionen zur Schaffung eines Grundstocks an Gerätschaften und Ausrüstung sind zum Beispiel Literatur, Beuten, Schleuder und Bienenvölker. Weiterhin sind wiederkehrende Kosten zu kalkulieren, die sich aus der Abhängigkeit der Völkererneuerung und des Honigertrags ergeben. Hierzu zählen Gläser, Mittelwände, Rähmchen und eventuell eingekaufte Königinnen. Investitionen, die erst im späteren Verlauf der Tätigkeit als Imker durchgeführt werden müssen sind zum Beispiel der Kauf eines Wabenschmelzer (Sonnenwachsschmelzer / Dampfwachsschmelzer) oder die Einrichtung einer eigenen Werkstatt für anfallende Reparaturen. Zudem kommen Kosten für die Pacht oder den Kauf von die Bienenstandorten, Lagerplätzen und Produktionsräumen für die Honigerzeugung hinzu. Insbesondere die Einhaltung von Hygienevorschriften durch geflieste Produktionsstätten und die Verwendung von Edelstahl erzeugt zusätzlich hohe Kosten für die Bereitstellung rechtskonformer Arbeitsumgebungen.

Investitionen Imkerei | Quelle: Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
Gerade weiles sich bei der Imkerei oftmals nur um ein Hobby handelt, muss man neben den Einnahmen auch die Wirtschaftlichkeit beachten.Investitionen Imkerei | Quelle: Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

In einigen Bundesländern werden Jungimker aber auch Imker die sich zur Modernisierung ihrer Imkerei entschließen besonders mit bis zu 50% der getätigten Investitionen gefördert. Oftmals ist die maximale Fördersumme aber auch die Art der geförderten Utensilien begrenzt. Die Förderung investiver Maßnahmen in der Bienenhaltung beschränkt sich auf wenige Bundesländer und ist auch abhängig davon, ob es sich um eine erwerbsmäßige, nebenberufliche oder hobbymäßige Imkerei handelt. Zudem beschränkt sich die Förderung oftmals nur auf Neubeschaffungen, eine Kostenübernahme für Gebrauchtgeräte oder Betriebsübernahmen ist zumeist nicht gegeben. Gleichzeitig bietet es sich für Einsteiger, aber auch bei der Modernisierung an, günstigere Gebrauchtgeräte zu beschaffen. Die Kosten liegen meist nur bei 20% – 70% vom Originalpreis. Mögliche Bezugsquellen können über Anzeigeblätter recherchiert werden, viele ältere Imker verkaufen hier ihre Gerätschaften nach Aufgabe der eigenen Imkerei. Die Investition für die Bienenbehausungen orientieren sich an dem Typ des gewählten Beutensystems, während einfache Magazinbeuten relativ kostengünstig auf dem Markt beschafft werden können und kaum zusätzliche Kosten den Bienenstand verursachen, ist es zum Beispiel für Hinterbehandlungsbeuten notwendig einen Bienenwagen oder Bienenhaus zu kaufen, um die Beuten dort einzubauen und vor Witterung und Verfall zu schützen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick, einer guten Ausstattung an Werkzeug und genügend Zeit können ein Großteil der Anschaffungen für die Bienen selbst hergestellt werden. Dies betrifft vor allem die Bienenbeuten, welche einen nicht unerheblichen Kostenanteil bei der Erstbeschaffung ausmachen.

Zeitnahe eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchführen

Unmittelbar nach dem Entschluss eine eigene Imkerei zu gründen, sollten die entstehenden Kosten und die möglichen Einnahmen schriftlich festgehalten werden. Die Berechnung eines fiktiven „Return on Invest“ anhand der Rahmenbedingung macht deutlich, ob eine Gründung, obgleich der Liebe zur Imkerei, überhaupt sinnhaft erscheint. Die fiktiv angenommen Kosten und Einnahmen sollten nach der Gründung mit realen Zahlen ergänzt und nach jedem Bienenjahr angepasst werden. Als Hobbyimker sollte auf die Einkalkulierung der eigenen Lohnkosten verzichtet werden, andernfalls ist ein positives Ergebnis nur schwer zu erzielen. Wird die Imkerei haupt- oder nebenberuflich sind zwingend auch die Lohnkosten für den Imker und die Angestellten in die Betrachtung einzubeziehen. Die Einnahmen werden im Groh durch den Verkauf von Honig erzielt, eine vorherige Preisfindung für das Produkt ist daher bereits bei der Planung der Imkerei durchzuführen. Der Preis orientiert sich zum einen an den Kosten für dessen Herstellung, gleichzeitig aber auch an den Gegebenheiten des Marktes, sowie der Zielgruppe für den Verkauf. Entscheidende Rahmenbedingungen sind hier die erzielte Qualität des Produktes, sowie die Gebindemengen und Präsentation.

Die ersten Jahre nach dem Entschluss und der Durchführung zur Gründung einer Imkerei sind relativ kostenintensiv, da Entscheidungen getroffen werden, die mit ausreichender Erfahrung eventuell anders und günstiger entschieden worden wären. Die meisten Jungimker verlassen nach 1 – 3 Jahren die Lehrjahre und reagieren kostenoptimierter und zeitoptimierter auf anstehende Entscheidungen. Jeder Imker sollte in seiner Tätigkeit und der Kostenplanung für nachfolgende Jahre immer einen Totalverlust seiner Bienenvölker durch Milbe und Krankheit bedenken. Entsprechende Rücklagen für die Neubeschaffung sind aus den finanziellen Erträgen durch den Honigverkauf zu bilden. Weiterhin ist die Festlegung der Ertragsmenge immer etwas pessimistischer anzusetzen, gerade in Jahren mit anhaltenden Schlechtwetterperioden im Sommer können die Erträge relativ minimal ausfallen.



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