Anschaffungen refinanzieren

Wer mit der Imkerei beginnt, muss in der Anfangsperiode mit erheblichen Kosten rechnen, die durch die meisten Neulinge auch schnell wieder refinanziert sein wollen. In der Regel fängt man als Neuimker mit 2 – 4 Bienenvölker an, diese Kosten sofern sie als Ableger beschafft werden in der Nachsaison zwischen 60 – 80 EUR. Werden Bienenvölker bereits zu Beginn des Jahres als starke Wirtschaftsvölker gekauft, belaufen sich die Anschaffungskosten um einiges höher bei 120 – 150 EUR. Ziel sollte es im ersten Jahr sein die angeschafften Bienenvölker zu stärken und auf ausreichende Überwinterungsstärke zu bekommen. Im Folgejahr kann dann bereits mit der Refinanzierung der getätigten Investitionen begonnen werden.

Investitionen refinanzieren | Quelle: Michael Staudinger / pixelio.de
wer mit der Imkerei beginnt, muss oftmals tief in die Tasche greifen, zum Glück bietet dieses Hobby Möglichkeiten zu Refinanzierung der Investitionen.Investitionen refinanzieren | Quelle: Michael Staudinger / pixelio.de

Mit den bis dahin erstarkten jungen Wirtschaftsvölkern werden im Folgejahr aus der regulären Tätigkeit der Schwarmverhinderung neue Ableger gebildet, welche bereits im gleichen Jahr verkauft werden können. In der Regel können somit aus einem überwinterten Wirtschaftsvolk problemlos 2 – 3 kräftige Ableger gebildet werden. Die für den Ableger notwendige Königin kann aus dem eigenen Bestand gezogen oder von anderen Imkern zugekauft werden. Trotz der Ablegerbildung kann damit gerechnet werden, dass ein nennenswerter Honigertrag aus den Wirtschaftsvölkern möglich ist, denn die Schröpfung dieser Völker dient lediglich der Schwarmvermeidung welche gleichsam einen negativen Einfluss auf die Leistung- und Ertragsfähigkeit der Völker hätte. Um die Ableger auch verkaufen zu können, muss ein aktuelles Gesundheitszeugnis vorliegen, dieses ist zwar mit weiteren Kosten verbunden, schmälert bei größeren Ablegermengen aber nur geringfügig den Gewinn.

Investitionen zur Ablegerbildung

Selbstverständlich erfolgt die Bildung von Ablegern nicht umsonst, sondern ist mit zusätzlichen Investitionskosten verbunden. Nicht zuletzt werden die Ableger auf Waben verkauft, welche erst einmal hergestellt werden müssen. Neben den direkten Investitionen für die Rähmchen, Mittelwände und Drahtung fallen auch virtuelle Kosten für deren Herstellung durch den Imker an. Weiterhin müssen diese mit Mittelwänden versehenen Rähmchen auch durch die Bienen ausgebaut werden, was gleichzeitig den Ertrag an Wachs schmälert. In der Regel werden Ableger auf einer Zarge verkauft, dies bedeutet ungefähr 5 – 11 zu erstellende Rähmchen.

Nicht zuletzt müssen für die Ableger zumindest für dessen Bildung auch Beuten vorhanden sein. Entweder diese werden kostengünstig selbst gefertigt oder müssen über den Fachhandel eingekauft werden. Es ist in der Regel nicht üblich, dass Ableger mit samt den Beuten verkauft werden, sodass diese nach dem Verkauf der Bienen wieder für eine neue Ablegerbildung genutzt werden können.

Zur Entwicklung der kleinen gebildeten Einheiten muss oftmals durch den Imker zugefüttert werden, denn die Ableger sind überwiegend mit der eigenen Brutentwicklung beschäftigt und tragen nur verhältnismäßig wenig Tracht in die Waben ein. Die Futterkosten von der Bildung bis zum Verkauf der Ableger fallen ebenfalls an und belaufen sich im Mittel auf etwa 5 – 10 Kg Futter.

Refinanzierung

Die im Folgejahr gebildeten Ableger finden häufig schnell Abnehmer, denn Bienenvölker sind heutzutage sehr rar und nur wenige Imker können Ableger in größeren Mengen an den Markt abgeben. Betrachtet man die Investitionskosten für die Bildung der Ableger stehen etwa 50% des späteren Verkaufspreises auf der Kostenseite, in einigen Fällen kann es sicher auch mehr sein. Zur Refinanzierung der im ersten Jahr getätigten Investitionen für den Kauf der Bienen müssen somit etwa doppelt so viele Ableger im Folgejahr verkauft werden um die Investitionen kostenneutral zu stellen. Da je Wirtschaftsvolk bis zu 3 Ableger gebildet werden können, kann ein weiterer Ableger für die eigene Standverjüngung oder zur Kompensierung von Winterverlusten verwendet werden. Es sollten niemals alle Ableger weiterveräußert werden, denn die Ableger einer Saison sind die Wirtschaftsvölker des kommenden Jahres.

Eine Refinanzierung der Anschaffungskosten im gleichen Jahr ist vollkommen unrealistische, denn die Bildung weiterer Ableger aus den im gleichen Jahr gekauften Bienen ist nahezu unmöglich. Weiterhin sollte von dem Versuch Abstand genommen werden Ableger in einer Saison zu kaufen und diese im darauf folgenden Frühjahr als junge Wirtschaftsvölker vor der Honigernte wieder zu veräußern. Nicht nur das bis dahin Kosten für die Einwinterung und Varroabehandlung aufgekommen sind, es würden auch kostbare Ressourcen unnütz verschenkt werden, denn diese Völker können neben der Ablegerbildung auch für einen nennenswerten Honigertrag sorgen, der wesentlich höher als der vielleicht erzielte Verkaufspreis liegt. Zudem liegt das Risiko des Winterverlustes dann hinter den Völkern und der Imker kann eine gesamte Saison mit den Bienen arbeiten, bis weitere Investitionen notwendig werden.

Kostendeckung durch Honigertrag

Viele Jungimker sehen immer die hohen Erträge aus Honigernten und die daraus erzielten Verkaufspreise. Nicht zuletzt glauben die meisten, dass man mit Bienen eine Unmenge an Geld verdienen kann. Die allermeisten Jungimker werden aber schon in der ersten Bienensaison eines besseren belehrt und müssen einsehen, dass gegenüber dem erzielten Umsatz auch hohe Kosten für die Herstellung des Honigs und für die Bewirtschaftung der Bienen stehen. Es müssen Anschaffungen für die Honigernte getätigt werden, neue Bienenbeute gekauft, Futter und Varroamittel beschafft werden. Unterm Strich liegen die Haben und Kostenseite oftmals nahe beieinander. Werden dann noch die investierten Arbeitsstunden, obgleich es sich bei der Bienenhaltung um ein Hobby handelt, mit in die Berechnung einbezogen, liegt der Stundenlohn jenseits der betriebswirtschaftlichen Sinnhaftigkeit.



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