Rähmchen – Drahten


Bauanleitung: Einspannen eines Drahtes für die Mittelwand

Die zusammengebauten Rähmchen sollten, aufgrund einer besseren Stabilität der einzulötenden Mittelwände und späteren Waben, gedrahtet werden. Insbesondere wenn die Rähmchen für die Honiggewinnung geschleudert werden, reduzierte eine ordentlich durchgeführte Drahtung der Rähmchen die Gefahr eines möglichen Wabenbruchs in der Schleuder. Die Zentrifugalkräfte der Honigschleuder wirken durch die Rotationsdrehung des Wabenkorbs auf die Wabenfläche und sorgen für eine erhöhte Krafteinwirkung auf die gesamte Fläche der Wabe, welche der Belastung oft nicht stand halten kann. Die eingespannten Drähte stabilisieren die Wabe und nehmen einen Teil der einwirkenden Kraft auf.

Draht spannen| Quelle: Eigene Darstellung
Der Wabendraht wird mit einem Drahtspanner geriffelt und auf die notwendige Festigkeit gebracht.Draht spannen| Quelle: Eigene Darstellung

Bei der Drahtung kann zwischen einer waagerechten und senkrechten Auslegung des Wabendrahts unterschieden werden. Beide Verfahren besitzen ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Es sprechen mehrere Argument für die Entscheidung die Rähmchen horizontal zu drahten, unter anderem die verringerte Gefahr den Draht beim Abkratzen von Wachs und Propolis auf den Oberträgern zu beschädigen. Insbesondere bei nicht einhalten des Bee Space kann es auf den Oberträgern zu einem verstärktem Wildbau kommen, den der Imker bei der Volkkontrolle entfernen sollte. Durch das entfernen dieses Wachses mit dem Stockmeisel kann sich dessen Spitze in den oben aufliegenden Drähten der vertikalen Drahtung verklemmen und die Drähte abgerissen werden, wodurch die Stabilität der Wabe irreparabel geschwächt wird. Bei einer vertikalen Drahtung wirkt zudem eine höhere Kraft auf die Holzseiten, aufgrund der höheren Länge der Oberträger, als bei horizontaler Drahtung auf die Seitenteile. Hierdurch können die Oberträger verbiegen und das rechtwinklige Einlegen einer Mittelwand erschwert werden.

Wabendraht
Zur Befestigung der Mittelwände ist spezieller Wabendraht zu verwenden, auch Sie auf Edelstahldraht um ein Rosten der Drähte zu verhindern.

Kosten: ca. 5,00 – 15,00 EUR

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Ösen
Messingösen werden in die Bohrlöcher gesteckt, damit sich der Wabendraht nicht in das Holz schneidet und seine Spannung verliert.

Kosten: ca. 5,00 – 15,00 EUR

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Drahtspanner
Zum festen spannen des Wabendraht ist ein Drahtspanner unerlässlich. Hierbei sollte ein qualitativer und ergonomischer Spanner eingesetzt werden, da die Arbeit schnell anstrengend werden kann.

Kosten: ca. 10,00 – 20,00 EUR

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Wabendraht

Weiterhin kann der Imker zwischen verschiedenen Metallen, aus denen der Draht besteht, wählen. Im Handel haben sich Edelstahldrähte und verzinkte Drähte mit einer Stärke von 0,3 – 0,4mm etabliert. Für Edelstahldrähte spricht die lange Lebensdauer, hohe Stabilität des Materials und die fehlende Rostfähigkeit, gerade wenn Waben sehr lange in einer Beute verbleiben sollen, ist die Verwendung des teureren Edelstahldrahtes zu empfehlen. Findet eine stetige Wabenerneuerung mit Zyklen von maximal 2 – 3 Jahren statt, ist in den meisten Fällen der verzinkte Draht vollkommen ausreichend. Dieser rostet durch die verzinkte Oberfläche ebenfalls nicht, aber bei Beschädigungen der Verzinkung ist das darunter liegende Material dem in der Luft enthaltenen Wasser ausgesetzt und beginnt langsam zu oxidieren. Für die Befestigung der Drähte am Rähmchen und zur Aufrechterhaltung der Drahtspannung sollten kleine Nagelstifte mit circa 1 cm Länge verwendet werden, die sich später auch leicht wieder aus dem Holz lösen lassen. Ist angedacht eine Mittelwand aus Wachs in das Rähmchen als Vorlage für den Wabenbau eingelegt werden, ist das vorherige Drahten zwingend notwendig.

Edelstahldraht| Quelle: Eigene Darstellung
Zu bevorzugen und bezeichnend für die lange Lebensdauer sind Edelstahldrähte, diese sind dünner und zudem Lebensmittelecht.Edelstahldraht| Quelle: Eigene Darstellung

Sofern Sie nur wenige Rähmchen (< 100) im Jahr drahten, ist eine Rolle mit 250gr Wabendraht vollkommen ausreichend. In der Regel hält ein qualitativer Draht aus Edelstahl mehrere Jahre, sodass dieser auch nach dem Ausschmelzen der Waben nicht erneuert werden muss.

Ösen einschlagen

In die jeweils 4 gleichmäßig vorgeborten Löcher je Holzseite sollten unbedingt Ösen eingeschlagen werden. Diese kleinen Metallringe verhindern ein Einreißen des gespannten Wabendrahts in das Holz, wodurch es zu einer Reduzierung der Spannkraft des Drahtes kommen würde. Durch die Metallösen wird die Kraft an der Biegung des Drahtes zum Holz hin aufgenommen und auf eine größere Fläche des Metalls übertragen. Weiterhin verringert die an den Seitenrändern abflachende Öse ein Brechen des Metalldrahtes an der Biegekante. Der Draht sollte mindestens 4 Mal in vertikaler oder horizontaler Richtung gespannt werden, um ausreichend Fläche für die einzulegende Mittelwand zu bieten und ein herausrutschen zu verhindern. Die Länge des Drahtes kann sowohl errechnet, als auch durch einmaliges Ausprobieren herausgefunden werden. Anhand dieses bestimmten Längenmaßes mit einem Aufschlag von etwa 10cm zur Befestigung des Drahtes können für alle zu verarbeitenden Rähmchen die Drähte vorbereitet werden. Diese Prozessoptimierung spart wertvolle Zeit, welche aufgrund der Wechsel in den Arbeitsschritten zwischen messen, drahten, schneiden und befestigen verloren gehen würde.

Rähmchen drahten

Sind genügend Drähte geschnitten, kann mit dem drahten der Rähmchen begonne werden. Hierzu wird der Draht in wechselnder Richtung durch die Ösen geschoben, sodass in Abhängigkeit zur Anzahl der Löcher gleichviele parallele Drahtlinien entstehen. An den Enden wird jeweils mit circa 1 cm nach außen versetzt ein kleiner Nagelstift etwa zur Hälfte in das Holz eingeschlagen. An einen wird das Ende des Drahtes etwa 5 Mal umwickelt, sodass kein Drahtende mehr heraussteht. Dieser Nagel kann dann vollständig eingeschlagen werden.

Der gesamte Drahtweg wird jetzt manuell auf Zug gespannt und bis zum Ende geführt, sodass bereits eine leichte Vorspannung auf dem Draht lastet. Auch das Drahtende wird um den zweiten Nagel etwa 5 Mal gewickelt und anschließend der Nagelstift vollständig eingeschlagen. Das überstehende Ende des Drahtes kann nun mit einem Seitenschneider unmittelbar am eingeschlagenen Nagel abgetrennt werden.

Draht befestigen | Quelle: Eigene Darstellung
Der Wabendraht wird an den Nagelstiften befestigt indem der Draht mit 2 – 3 Windungen um den Nagel geschlungen wird.Draht befestigen | Quelle: Eigene Darstellung

Rähmchen drahten
Rähmchen drahten
Rähmchen drahten
Dummy
Dummy



Wabendraht spannen

Um die endgültige Spannung auf den Draht zu bringen ist dieser in seiner Länge ein zu kürzen, bzw. zu riffeln. Dazu existieren im Handel sogenannte Draht- oder Wabenspanner, die eine wellenartige Form in den Draht durch ihre Zahnräder bringen. Der Wabenspanner besitzt zwei in sich verzahnte Zahnräder, zwischen diesen beiden wird jeweils eine Linie des Wabendrahts gelegt und der Spanner zusammengedrückt, sodass beide Zahnräder ineinander fassen und der Draht zwischen ihnen liegend gepresst wird. Der Wabenspanner wird nun im gedrückten Zustand einmalig je Drahtlinie von links nach rechts, bzw. von oben nach unten geführt, sodass sich das Zackenmuster der Zahnräder auf den Draht überträgt. Die Wellenform sorgt für eine Verkürzung des Drahtweges und Spannung des Drahtes indem die Länge durch die Wellen ein gekürzt wird. Das gedrahtete Rähmchen kann nun mit einer Mittelwand verlötet werden.

Gespannter Wabendraht | Quelle: Eigene Darstellung
Mit dem Wabenspanner geriffelter Draht ist fest und straff, sodass die Mittelwand gleichmäßig eingelötet werden kann.Gespannter Wabendraht | Quelle: Eigene Darstellung

Moderne Imkerpraxis: Völkerpflege und Ablegerbildung

Bienenvölker können in Deutschland ohne das Eingreifen und die Betreuung eines Imkers nur wenige Jahre alleine überleben. Ein bedeutender Anteil des Arbeitseinsatz eines Imkers wird für die Bienenpflege benötigt. Der Autor geht in diesem Zusammenhang auch die Ablegerbildung, Erstellung von Kunstschwärmen und der darauf resultierenden Bekämpfung und Behandlung gegen die Varroa ein.

Autor: Friedrich Pohl
Verlag: Kosmos (Franckh-Kosmos)
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Informationen zu Beeventure

Das Internetportal Beeventure möchte Imkern und Interessierten eine Plattform zum Austausch von Informationen bieten und zur Diskussion anregen. Die Imkerei und damit auch die Honigbiene verschwinden zusehenst in Ermangelung an Nachwuchsimkern und Interessenten. Die Folgen für Natur, Landwirtschaft und Menschen sind nicht absehbar, sicher ist nur, dass die Biene einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung vieler Kulturpflanzen leistet und ohne diese mit geringeren Ernten zu rechnen ist.

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