Die Bienenbeute (häufig auch Bienenkasten genannt) ist eine künstlich geschaffene Behausungen, in denen Imker ihre Bienenvölker unterbringen, um die Honiggewinnung und Pflege der Bienen zu vereinfachen. Anders als der traditionelle Bienenkorb, der wenig Flexibilität bietet, überzeugen moderne Bienenbeuten mit einem modularen Aufbau, der dem Imker eine einfachere und effizientere Handhabung erlaubt. Durch das Zusammenspiel von Schutzfunktion, Platz zum Wabenbau und einfachem Zugang für Kontrollen ist die Beute ein zentrales Element in der Imkerei.

Bienenbeute und Bienenstock: Worin liegt der Unterschied?
Der Begriff „Bienenbeute“ beschreibt die leere Behausung ohne Bienenvolk . Erst wenn ein Schwarm einzieht, wird sie zum „Bienenstock“ . Somit verweist „Beute“ auf das Handwerkszeug des Imkers, während „Stock“ die Behausung eines lebenden Volkes bezeichnet.

Beutenarten
Mit der Modernisierung der Imkerei Ende des 18. Jahrhunderts entwickelten sich auch die künstlichen Behausungen für Bienen weiter. Diese sogenannten Bienenbeuten bzw. Bienenkästen bestehen meist aus Holz, Kunststoff, Stroh oder Ton und bieten den Bienen Schutz vor Witterungseinflüssen. Sie dienen außerdem als Träger für Rähmchen oder natürliche Wabenbauten.
Je nach Bewirtschaftungsart unterscheidet man verschiedene Beutentypen:
- Die Magazinbeute ermöglicht eine komfortable Bearbeitung von oben und ist modular aufgebaut.
- Bei der Hinterbehandlungsbeute erfolgt der Zugriff von hinten; jedes Rähmchen muss einzeln entnommen werden.
- Korbbeuten, wie der klassische Bienenkorb, erfordern das vollständige Umdrehen der Beute, um an das Bienenvolk zu gelangen.
Ein zentrales Element jeder Beute ist das Flugloch, der Ein- und Ausgang des Bienenstocks. Das Loch befindet sich in der Regel knapp oberhalb des Bodens, wodurch es dem Kondenswasser oder Regen ermöglicht wird, problemlos abzufließen.
Ein Nachteil dieser Position ist jedoch, dass Nagetiere wie Mäuse besonders im Winter leichter eindringen können. Sie richten im Inneren des Bienenkastens oft große Schäden an, indem sie Vorräte fressen oder das Brutnest zerstören.
Die Wahl der richtigen Bienenbeute ist daher entscheidend für eine erfolgreiche und bienenschonende Imkerei, sowohl funktional als auch im Hinblick auf die Standortbedingungen.
Bestandteile und Zubehör der Magazinbeute
- Modular aufgebaut die Zargen werden übereinander gestapelt
- Einfach zu reinigen, flexibel in der Handhabung
- Ermöglicht Trennung von Brut- und Honigraum per Absperrgitter
- Eine Bienenflucht ermöglicht eine deutlich einfachere Honigernte
- Die Futterzarge, selten genutzt, aber wichtig zur schnellen Versorgung mit Zuckerwasser
- Eine in den Boden der Magazinbeute eingelegte Bausperre die den Wildbau unterhalb der Rähmchen verhindert
- Gedrahtete Rähmchen mit eingelöteten Mittelwänden für stabilen Wabenbau ermöglichen ein sicheres Schleudern (sieh auch Bauanleitung: Einfache Mittelwandgießform für Mittelwände)
- Durch Dickwaben reduziert sich der Entdeckelungs- und Schleuderaufwand

Bekannte Hersteller der Magazinbeute
- Dadant Beuten entwickelt von Charles Dadant mit größeren Brutwaben als Honigwaben und beliebt zur Zucht der Buckfastbiene
- Langstroth Beuten die Urform der Magazinbeuten, entwickelt von Lorenzo Langstroth im Jahr 1853. Grundlage für den modernen Bienenabstand (Bee Space), der verhindert, dass die Bienen übermäßigen Wachs- oder Harzbau zwischen Waben und Beutewand errichten
- Zander Beuten Für erfahrene Imker interessant, da verschiedene Wabenmaße eingesetzt werden können
- Segeberger Beuten (Hartschaubeute): Aus Hartpor Styropor® für Deutsch-Normalmaß (11 Rähmchen), kann im Warm- und Kaltbau genutzt werden und ist dank einer 50×50 cm Grundfläche universell einsetzbar.
- Deutsch Normalmaß (DNM) Beuten sind weit verbreitet, da sie durch ihre einheitlichen Rähmchenmaße eine einfache Handhabung bieten und für eine gute Volksentwicklung sorgen
Weitere Beutenarten:
- Ablegerkasten als Mini-Magazinbeute: Eine verkleinerte Beute mit 5–6 Rähmchenplatz, ideal für den Aufbau neuer Völker und das einfache Umsetzen in reguläre Magazinbeuten dank identischem Rähmchenmaß. Bauanleitung: Ablegerkasten Halbzarge selber bauen in Deutsch-Normalmaß
- Golzbeute ende der 1950er von Imkermeister Wolfgang Golz entwickelte Längslagerbeute mit ursprünglich 16 Rähmchen im Kuntzsch-Hoch-Maß, später auf 17 erweitert und mit getrenntem Brut- und Honigraum per vertikalem Absperrgitter.
- Topbar Hive als einfache Oberträgerbeute aus wenigen Einzelteilen ermöglicht sie einen leichten Einstieg in die Bienenhaltung und findet insbesondere in der Stadtimkerei Anklang. Ursprünglich aus der afrikanischen Entwicklungshilfe wiederentdeckt, eignet sie sich dank minimalem Materialaufwand auch für Selbstversorger.
- Warré Beute setzt auf einfache Oberträger statt Rähmchen. Sie besitzt meist keinen Falz zwischen den Zargen und verfügt über ein hohes Satteldach, wodurch Regenwasser optimal ablaufen kann
- Einwabenkasten (Begattungskästchen): Kompaktes 1/3-Deutsch-Normalmaß zur einfachen Überführung in reguläre Rähmchen mit Holzrahmen, Der Einwabenkasten besitzt Glasscheiben für die schnelle Kontrolle der Futterkammer und des Fluglochrosette.
Materialfrage Bienenbeute: Holz oder Styropor?
In der konventionellen Imkerei wird mehrheitlich in Beuten aus Styropor geimkert. Hierbei ist vor allem der hohe Gewichtsunterschied zu den Holzbeuten ausschlaggebend. Eine mit Honig vollständig gefüllte Zarge kann schnell 30 – 35 Kg wiegen, sofern die Waben zu je 3 Kg gänzlich verdeckelt sind. Die Haltbarkeit beider Materialen ist sich sehr ähnlich, wenn für einen ausreichenden Beutenschutz mit einem Schutzanstrich gesorgt wird. Für den Anstrich werden bei Holzbeuten zumeist biologische Öle (z.B. Leinöl) verwendet, bei den Styroporbeuten existieren speziell auf den Anwendungsbereich abgestimmte Farbanstriche in unterschiedlichen Farben.
Warm- und Kaltbau
Im Gegenteil der Vermutung bezieht sich „Warmbau“ oder „Kaltbau“ nicht auf die tatsächliche Temperatur, sondern auf die Ausrichtung der Waben zum Flugloch:
- Warmbau: Die Waben stehen quer zum Flugloch
- Kaltbau: Die Waben verlaufen parallel zum Flugloch
Welches System das bessere ist, wird von den Imkern bis heute unterschiedlich bewertet
Bio-Imkerei mit der Bienenbeute
In der Bio-Imkerei kommen laut Richtlinien nur natürliche Materialien wie Holz oder Lehm für die Beute zum Einsatz . Ziel ist, den Bienen ein möglichst ursprüngliches und gesundes Umfeld zu bieten. Holz wird dabei oft mit biologischen Ölen wie Leinöl behandelt, um es vor Witterungseinflüssen zu schützen .
Beutenschutz und Beutengestaltung
Der Beutenschutz ist ein essenzieller Schritt in der Imkerei, um die Lebensdauer von Holzbeuten und Kunststoffbeuten zu verlängern. Ein regelmäßiger Schutzanstrich mit Witterungsschutz-Farben alle zwei bis fünf Jahre verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit, das Verziehen des Materials sowie das Entstehen tiefer Risse, die Schädlinge ins Bienenvolk lassen könnten. Bei Holzbeuten schützt der richtige Anstrich das Holz vor dem Ausbleichen, vorzeitiger Zersetzung und Splittern, während er bei Kunststoffbeuten hauptsächlich einer optischen Verschönerung und Oberflächenversiegelung dient. Eine intakte, pflegeleichte Beutenoberfläche minimiert zudem das Risiko von Verschmutzungen und sorgt für eine einladende Optik für Außenstehende. Achten Sie stets auf umwelt- und bienenverträgliche Farben, um eine nachhaltige und gesunde Bienenhaltung zu gewährleisten.
Praktische Tipps für die Anschaffung eines Bienenkastens
- Bedarf ermitteln: Wie viele Völker wollen Sie halten?
- Material auswählen: Holz für ein natürliches Klima, Styropor für ein leichteres Handling.
- Zargenmaße / Rähmchenmaße festlegen: Überlegen Sie, ob Sie lieber standardisierte oder variable Maße nutzen möchten.
- Standort beachten: Sorgen Sie für eine feste Unterkonstruktion, besonders bei leichten Styroporbeuten.
- Zubehör: Absperrgitter, Rähmchen, Bienenflucht, Futterzarge und Abdeckung nicht vergessen.
Interessante Bauanleitungen zum selber bauen
- Mittelwandgießform selberbauen
- Ablegerkasten – Halbzarge
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- Thermoschied mit Hochleistungsdämmstoff
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Fazit Bienenbeute / Bienenkasten
Ob Magazinbeute wie Langstroth, Zander, Dadant oder Segeberger: Die moderne Bienenbeute (Bienenkasten) bietet Imkern zahlreiche Optionen, um effektiv und bienenschonend zu arbeiten. Während Holzbeuten ein natürliches Klima fördern und in der Bio-Imkerei bevorzugt werden, punkten Styroporbeuten mit ihrem geringen Gewicht. In beiden Fällen steht das Wohl des Bienenvolkes an oberster Stelle, denn nur gesunde und starke Bienenvölker sorgen für eine erfolgreiche Honigernte und leisten einen wichtigen Beitrag für unser Ökosystem.
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Häufig gestellte Fragen:
Was ist der Unterschied zwischen Bienenbeute und Bienenstock?
Der Begriff Bienenbeute bezeichnet die leere, vom Imker bereitgestellte Behausung. Zieht ein Bienenvolk ein, spricht man von einem Bienenstock.
Kurz gesagt: Die Beute ist der Kasten, der Bienenstock das lebendige Volk darin. Diese Unterscheidung ist besonders in der professionellen Imkerei wichtig.
Was ist eine Bienenbeute?
Eine Bienenbeute, auch als Bienenkasten bekannt, ist eine künstlich geschaffene Behausung für Honigbienen. Sie dient dazu, Bienen ein geschütztes Zuhause zu geben, in dem sie ihre Brut aufziehen und Honig einlagern können. Moderne Bienenbeuten sind modular aufgebaut und bestehen meist aus Zargen, die übereinandergestapelt werden. Sie erleichtern die Arbeit des Imkers bei Kontrolle, Pflege und Honigernte.
Wie funktioniert ein Bienenkasten?
Ein Bienenkasten funktioniert, indem er den Bienen strukturierten Raum für Brut und Honiglager bietet. In den Zargen hängen Rähmchen, in denen die Bienen ihre Waben bauen. Der Imker kann einzelne Waben kontrollieren, Honig entnehmen oder den Brutraum erweitern. Zusätzlich sorgt ein Belüftungssystem im Boden und ein Deckel für das ideale Klima im Inneren.
Welche Bienenbeute ist die beste für Anfänger?
Für Imkerei-Einsteiger empfiehlt sich eine Magazinbeute, wie z. B. die Zanderbeute oder die Segeberger Beute. Sie sind einfach zu handhaben, weit verbreitet und bieten eine gute Verfügbarkeit an Zubehör. Besonders praktisch: Die Trennung in Brut- und Honigraum ermöglicht eine gezielte Pflege des Bienenvolks.
Wie kann man eine Bienenbeute selber bauen?
Eine Bienenbeute selber zu bauen ist möglich, erfordert aber Kenntnisse über Maße, Materialien und Konstruktion. Für den Eigenbau wird meist Holz verwendet, da es ein natürliches Klima schafft und langlebig ist. Wichtig sind exakte Zargenmaße, passende Rähmchenaufnahmen und ein gut schließender Deckel. Viele Anleitungen und Baupläne sind online verfügbar.
Was ist besser: Bienenkasten aus Holz oder Styropor?
Ein Bienenkasten aus Holz bietet ein natürliches Klima, ist langlebig und verhindert Schimmelbildung, ideal für die Bio-Imkerei. Styroporbeuten hingegen sind deutlich leichter, isolieren gut und sind besonders rückenschonend bei der Honigernte. Die Wahl hängt vom Standort, den eigenen Ansprüchen und der Betriebsweise ab.
Was kostet eine Bienenbeute?
Die Kosten für eine Bienenbeute variieren je nach Typ, Material und Ausstattung. Eine einfache Magazinbeute aus Holz startet bei ca. 60–100 Euro. Komplettsysteme mit mehreren Zargen, Rähmchen und Zubehör können 150–300 Euro kosten. Styroporbeuten liegen preislich ähnlich, sind jedoch oft leichter zu transportieren.
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