Der Einwabenkasten (EWK) ist ein traditioneller Begattungskasten, der ursprünglich in den 1940er Jahren entwickelt wurde. Bekannt auch als „Bienenbeute“ im Kleinformat, dient er hauptsächlich der Begattung von Bienenköniginnen und bietet eine effektive Methode, diese mit einem kleinen Begattungsvölkchen zu versorgen.

Inhaltsverzeichnis
Entstehungsgeschichte und Aufbau des Einwabenkastens
Der Einwabenkasten entstand aus der Idee, bestiftete Brutwaben von Begattungsvölkern auch nach der Entnahme der Königin weiterhin sinnvoll nutzen zu können. Die Rähmchengröße beträgt deshalb genau 1/3 des verbreiteten Deutsch-Normalmaßes. Nach der Entnahme der Königin lassen sich somit die Rähmchen aus drei verschiedenen Einwabenkästen zu einem normalen Rähmchen kombinieren und in größere Völker integrieren.
Ein typischer EWK besteht überwiegend aus Holz und umfasst Rähmchen, Bodenschieber, Futterkammer und Fluglochrosette. Besonders auffällig sind die zwei Glasscheiben an den Seiten, die eine einfache Kontrolle der Königin und des Futtervorrats ermöglichen.

Die Einwabenkästen stehen zum Schutz vor Witterung zu Zweit in einem zusätzlichen Schutzhäuschen.
Einwabenkasten | Quelle: Maja Dumat – Creative Commons Licence BY 2.0 – ohne Änderungen – flickr.com
Befüllung und Handhabung des EWK
Die Befüllung eines Einwabenkastens erfordert etwa 1.000 Bienen, hauptsächlich Jungbienen, die über die sogenannte Fegling- und Schöpfmethode eingebracht werden. Die richtige Zusammensetzung der Bienenmasse ist entscheidend für die Akzeptanz der Königin und die erfolgreiche Brutpflege. Nach der Befüllung erfolgt eine zweitägige Kellerhaft, während der die Bienen mit ausreichend Futterteig versorgt werden. Erst wenn die Bienen anfangen, das Rähmchen auszubauen, kann eine neue Königin zugesetzt werden.
Vor- und Nachteile in der Praxis
Trotz seiner weiten Verbreitung weist der Einwabenkasten einige praktische Nachteile auf. Insbesondere die kleine Rähmchengröße erschwert die Eiablage der Königin erheblich. Zudem erschwert das kleine Flugloch die Temperaturregulierung, und die integrierte Futterkammer ist zu klein für längere trachtlose Phasen. Weitere Herausforderungen ergeben sich bei der Volkkontrolle, da die Bauweise zahlreiche Verstecke bietet, die das Einfangen der Königin erschweren. Dennoch sind Einwabenkästen auf vielen Belegstellen vorgeschrieben und aufgrund ihrer Transportfähigkeit sehr beliebt.
Transport und Kontrolle auf Belegstellen
Für den Transport zur Belegstelle werden üblicherweise sechs Einwabenkästen in einem speziellen, gut belüfteten Transportkasten zusammengefasst. Dank der Glasscheiben lässt sich auf der Belegstelle schnell und einfach die Drohnenfreiheit der Einwabenkästen kontrollieren.
Fazit – Ist der Einwabenkasten sinnvoll?
Obwohl der Einwabenkasten (EWK) aufgrund seiner handlichen Größe und einfachen Transportfähigkeit auf Belegstellen weit verbreitet ist, zeigt er im praktischen Einsatz deutliche Schwächen. Besonders die eingeschränkte Eiablage und schwierige Temperaturregulierung machen ihn zu einer umstrittenen Wahl. Dennoch bleibt er eine häufig eingesetzte Methode in der Bienenköniginnenzucht.
Häufig gestellte Fragen:
Was ist ein Einwabenkasten?
Ein Einwabenkasten, häufig auch EWK genannt, ist ein klassisches Begattungskästchen für die Bienenhaltung. Er wurde bereits in den 1940er Jahren entwickelt und zählt damit zu den traditionsreichsten Hilfsmitteln in der Imkerei. Als kompakte Bienenbeute konzipiert, dient er vor allem dem Zweck, einer unbegatteten Königin ein kleines Begattungsvölkchen bereitzustellen. Typischerweise besteht der Einwabenkasten aus Holz und enthält unter anderem ein Rähmchen im Maß von 1/3 des Deutsch-Normalmaßes, eine Futterkammer, einen Bodenschieber sowie eine Fluglochrosette. Zwei seitliche Glasscheiben ermöglichen darüber hinaus eine einfache Kontrolle der Königin und der Futterreserven.
Wie funktioniert ein Einwabenkasten?
Der Einwabenkasten funktioniert im Grunde als Miniaturbehausung für ein kleines Bienenvolk, das ausschließlich zur Begattung einer neuen Königin eingesetzt wird. Dazu wird der Kasten zunächst mit etwa 1.000 Bienen befüllt – vorzugsweise Jungbienen, die mittels Fegling- oder Schöpfmethode eingeführt werden. Nach dem Befüllen folgt eine sogenannte Kellerhaft von rund zwei Tagen. In dieser Zeit sollen sich die Bienen aneinander gewöhnen und mit dem Wabenbau beginnen, wozu sie ausreichend mit Futterteig versorgt werden – sowohl in der Futterkammer als auch direkt auf dem Rähmchen. Sobald die Bienen beginnen, das Rähmchen auszubauen, kann die neue Königin in einem Ausfresskäfig zugesetzt werden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Bienen die Königin akzeptieren und sich als Volk zusammenfinden.
Wie befüllt man einen Einwabenkasten richtig?
Die richtige Befüllung eines Einwabenkastens ist entscheidend für den späteren Erfolg bei der Königinnenzucht. Hierzu werden etwa 1.000 Bienen benötigt – idealerweise ein hoher Anteil an Jungbienen, da diese sich besser an neue Umgebungen anpassen und die Brutpflege zuverlässig übernehmen. Die Einführung der Bienen erfolgt über die sogenannte Fegling- oder Schöpfmethode. Wichtig ist dabei, dass ausreichend viele Bienen eingesetzt werden, um sowohl die Wärme im Kasten zu halten als auch die entstehende Brut optimal zu versorgen. Ein häufiger Fehler besteht darin, zu viele Flugbienen zu verwenden, die nach dem Öffnen des Fluglochs in ihr Ursprungsvolk zurückfliegen. Nach der Befüllung kommt der Kasten für zwei Tage in Kellerhaft und wird in dieser Zeit mit Futterteig in der Futterkammer sowie auf dem Rähmchen versorgt. Erst wenn die Bienen mit dem Bau begonnen haben, ist der optimale Zeitpunkt zur Einsetzung der Königin erreicht.
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