Die Maikrankheit stellt für die Imkerei eine besondere Herausforderung dar, da sie keine klassische Erkrankung, sondern eine Mangelerscheinung ist. Wenn Honigbienen im Frühjahr nicht genügend Wasser aufnehmen können, entwickeln sie eine nicht ansteckende Darmverstopfung. Diese Problematik tritt hauptsächlich im Mai auf, weshalb sie diesen Namen trägt. Die stark schwankenden Temperaturen hindern die Bienen am Wassersammeln, was besonders für Ammenbienen kritisch ist. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Symptome erkennen, warum die Maikrankheit gefährlich für die Bienengesundheit ist und welche einfachen Maßnahmen Sie als Imker ergreifen können, um Ihren Bienenvölkern zu helfen.

Inhaltsverzeichnis
Was ist die Maikrankheit und wie beeinflusst sie die Honigbiene?
Die Maikrankheit bezeichnet primär keine echte Krankheit im herkömmlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um eine Mangelerscheinung durch unzureichende Wasserversorgung der Honigbiene. Sie unterscheidet sich damit deutlich von anderen Bienenkrankheiten, da keine Krankheitserreger im Spiel sind und sie nicht ansteckend ist.
Der Name dieser Erscheinung leitet sich vom typischen Zeitraum ihres Auftretens ab, nämlich dem Monat Mai. In dieser Übergangszeit im Frühjahr können die Temperaturen stark schwanken, was direkten Einfluss auf das Flugverhalten der Bienen hat. Bei Temperaturen unter 15° Celsius bleiben die Flugbienen sicherheitshalber im Stock, um sich vor Unterkühlung zu schützen. Dadurch können sie jedoch kein frisches Wasser in den Bienenstock transportieren.
Diese Wassernot führt zu einer Darmverstopfung bei den Bienen, da sie ohne ausreichend Flüssigkeit ihre Exkremente nicht normal ausscheiden können. Besonders kritisch ist diese Situation für Ammenbienen, die aufgrund ihrer Aufgabe im Bienenvolk einen erhöhten Wasserbedarf haben.
Symptome der Maikrankheit im Bienenstock erkennen
Für die Imkerei ist das frühzeitige Erkennen der Maikrankheit entscheidend. Mehrere charakteristische Anzeichen weisen auf ein betroffenes Bienenvolk hin. Zunächst beobachten Sie häufig viele junge Bienen, die aus dem Stock krabbeln, anstatt normal zu fliegen. Dies ist ein typisches Verhalten geschwächter Tiere.
Ein weiteres deutliches Symptom sind helle Kotablagerungen sowohl an als auch in der Beute. Diese entstehen, wenn die Bienen trotz ihrer Verstopfung versuchen, sich zu entleeren. Auffällig ist außerdem das stark angeschwollene Abdomen vieler Arbeitsbienen. Ihr Hinterleib ist dabei prall mit Kot gefüllt, den sie aufgrund der sehr festen und wasserarmen Beschaffenheit nur schwer ausscheiden können.
Die Ammenbienen leiden besonders unter dieser Situation. Durch ihren hohen Verbrauch an eiweißreicher Nahrung in Form von Pollen benötigen sie verhältnismäßig viel Wasser. Bei anhaltender Wassernot produzieren sie weniger oder gar keinen Futtersaft mehr, was zum Verhungern der jungen Brut führen kann. Ein aufmerksamer Imker erkennt diesen Zustand an reduzierter Brutpflege und geringerem Wachstum des Bienenvolks.
Warum die Maikrankheit ein Problem für die Imkerei darstellt
Die Maikrankheit kann erhebliche Konsequenzen für die Imkerei haben, die über das unmittelbare Leiden der Bienen hinausgehen. Bei anhaltender Wassernot und fortschreitender Darmverstopfung droht den betroffenen Bienen der Tod durch Selbstvergiftung. Dies geschieht, wenn die Giftstoffe aus den Exkrementen nicht mehr ausgeschieden werden können und in den Körper der Biene zurückgelangen.
Besonders problematisch ist der Effekt auf die Brutentwicklung. Da die Ammenbienen bei Wassermangel weniger Futtersaft produzieren, leidet die Versorgung der Larven erheblich. Ein starker Wassermangel führt oft zu einem Einbruch der Bruttätigkeit. Diese Entwicklung ist für das Bienenvolk fatal, weil dadurch während der wichtigen Trachtphase nicht genügend Flugbienen zur Verfügung stehen.
Für den Imker bedeutet dies nicht nur einen Rückgang der Honigproduktion, sondern auch eine Schwächung des gesamten Volkes. Geschwächte Völker sind zudem anfälliger für andere Bienenkrankheiten und Parasiten wie die Varroamilbe. Die Maikrankheit kann somit den Erfolg einer ganzen Saison in der Imkerei gefährden und erfordert daher besondere Aufmerksamkeit im Frühjahr.
Ursachen und Auslöser der Maikrankheit bei Bienen verstehen
Die Hauptursache der Maikrankheit liegt in der besonderen Wetterkonstellation des Frühjahrs. Kälteeinbrüche mit Temperaturen unter 15° Celsius zwingen die Honigbienen, im Stock zu bleiben. Gleichzeitig steigt zu dieser Jahreszeit die Bruttätigkeit im Volk stark an, was einen erhöhten Pollenverbrauch nach sich zieht.
Diese Kombination aus erhöhtem Wasserbedarf und eingeschränkter Möglichkeit zur Wasserbeschaffung schafft das perfekte Umfeld für die Entstehung der Maikrankheit. Die Bienen brauchen das Wasser nicht nur zum Verdünnen ihrer Nahrung, sondern auch zur Regulierung der Stocktemperatur und für die Produktion von Futtersaft für die Larven.
In der modernen Imkerei können zusätzliche Faktoren das Problem verschärfen. Dazu gehören ungünstige Standorte ohne natürliche Wasserquellen in der Nähe oder eine zu enge Aufstellung der Bienenvölker, die den Wasserzugang erschwert. Auch das Fehlen von natürlichen Pollenquellen im Frühjahr kann die Situation verschlimmern, da die Bienen dann auf ältere, trockene Pollenvorräte zurückgreifen müssen.
Behandlung und Vorbeugung der Maikrankheit in der Bienenhaltung
Bei anhaltenden Kälteperioden im Frühjahr sollten Imker aktiv werden, um ihre Bienenvölker vor der Maikrankheit zu schützen. Die wichtigste Maßnahme ist das Bereitstellen einer geeigneten Bienentränke in unmittelbarer Nähe zum Bienenstand. Der ideale Abstand beträgt etwa 30-50 Meter vom Stock. Solche Tränken ermöglichen den Bienen auch bei kurzen Flugpausen zwischen Regenschauern oder kühlen Phasen, schnell Wasser zu sammeln.
Eine weitere wirksame Methode ist das Besprühen der Bienen mit lauwarmem Wasser direkt in den Wabengassen. Diese Sofortmaßnahme hilft, kurze Notsituationen zu überbrücken. Bei länger anhaltender Wasserknappheit empfiehlt die moderne Imkerei das vorsichtige Einträufeln einer dünnen Zuckerlösung in die Wabengassen. Der süße Geschmack regt die Bienen an, die Flüssigkeit schneller aufzunehmen und im Stock zu verteilen.
Präventive Maßnahmen umfassen die strategische Platzierung von permanenten Wasserstellen im Umkreis des Bienenstandes sowie das regelmäßige Monitoring der Völker während kritischer Wetterphasen im Frühjahr. Erfahrene Imker achten besonders auf Wettervorhersagen und handeln proaktiv, bevor die ersten Symptome auftreten.
Die Maikrankheit im Vergleich zu anderen Bienenkrankheiten
Im Gegensatz zu vielen anderen Bienenkrankheiten ist die Maikrankheit keine Infektion und wird nicht durch Bakterien, Viren oder Parasiten verursacht. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu bekannten Krankheiten wie der Amerikanischen Faulbrut, Nosema oder Kalkbrut, die alle durch Krankheitserreger übertragen werden und ganze Bienenstände gefährden können.
Ein wichtiges Merkmal der Maikrankheit ist ihre Selbstheilungstendenz. Bei steigenden Temperaturen zum Juni hin kann oft eine spontane Genesung einsetzen, sobald die Honigbienen wieder ausreichend Wasser in das Volk eintragen können. Dies unterscheidet sie von chronischen Bienenkrankheiten, die meist eine spezifische Behandlung erfordern.
Für die Imkerei bedeutet dies, dass bei der Maikrankheit oft zeitlich begrenzte Unterstützungsmaßnahmen ausreichen, während andere Erkrankungen langfristige Behandlungsstrategien oder sogar die Entfernung betroffener Völker erfordern können. Dennoch sollte die Maikrankheit nicht unterschätzt werden, da sie bei Nichtbehandlung zu erheblichen Verlusten führen kann.
Fazit: Die Maikrankheit rechtzeitig erkennen und behandeln
Die Maikrankheit stellt für die Imkerei eine besondere Herausforderung im Frühjahr dar. Obwohl sie keine klassische Erkrankung ist, kann sie bei Nichtbehandlung schwerwiegende Folgen für die Honigbiene und das gesamte Bienenvolk haben. Das rechtzeitige Erkennen der typischen Symptome wie krabbelnde Bienen, helle Kotablagerungen und angeschwollene Abdomina ist entscheidend für eine erfolgreiche Intervention.
Imker können mit einfachen Maßnahmen wie dem Aufstellen von Bienentränken, dem Besprühen mit lauwarmem Wasser oder dem Einträufeln einer dünnen Zuckerlösung effektiv gegen die Wassernot vorgehen. Diese Hilfestellungen sind besonders wichtig, wenn Kälteperioden im Mai die normale Wasserversorgung durch die Flugbienen verhindern.
Im Vergleich zu anderen Bienenkrankheiten hat die Maikrankheit bei rechtzeitiger Behandlung eine gute Prognose. Trotzdem sollten Imker sie ernst nehmen und proaktiv handeln, um die Gesundheit ihrer Bienenvölker zu schützen und eine optimale Entwicklung während der wichtigen Frühjahrsphase zu gewährleisten. Mit dem richtigen Wissen und achtsamer Bienenpflege lässt sich die Maikrankheit erfolgreich managen und ihre negativen Auswirkungen minimieren.
Weitere Bienenkrankheiten:
- Amerikanische Faulbrut: Gefahr für Bienenvölker
- Varroamilbe bei Honigbienen erkennen und effektiv behandeln
- Kalkbrut bei Honigbienen: Ursachen & Behandlung für Imker
- Amöbenruhr bei Bienen: Ursachen, Symptome & Behandlung
- Bienenlaus erkennen & behandeln | Ratgeber für Imker
- Bienenwolf: Der natürliche Jäger der Honigbiene
- Nosemose bei Honigbienen: Ursachen & Behandlung
- Schwarzsucht der Honigbiene – Symptome und Gegenmaßnahmen
- Bienenseuchenverordnung – Leitfaden für Imker
- Chronische Paralyse erkennen & bekämpfen | Ratgeber für Imker
- Kleiner Beutenkäfer: Gefahr für Bienenvölker & Imkerei
- Maikrankheit
- Bienenkrankheit Sackbrut: Praxistipps für den Imker
- Steinbrut: Symptome & Bekämpfung der Bienenkrankheit
- Tracheenmilben: Die unsichtbare Gefahr für Ihre Honigbienen
- Tropilaelaps: Gefährliche Bienenkrankheit in der Imkerei
- Wachsmotte in der Imkerei: Erkennen, vorbeugen, bekämpfen
- Wespenplage in der Imkerei: Schutz für Ihre Honigbienen
Passende Inhalte zum Weiterlesen:
Das könnte auch Interessant sein:

Bienenwachskerzen selber machen – 4 Silikon-Gießformen im Praxistest
9. November 2025
Das Gießen von Bienenwachskerzen ist ein fantastisches Handwerk. Mein ausführlicher Test der vier Silikon-Gießformen hat gezeigt, dass Bienenwachskerzen selber machen mit dem richtigen System hervorragend gelingt. Für diesen Test habe ich die Bienenwachspastillen von thehoneyfactory.de genutzt. Als Imker möchtest Du aber vielleicht Dein eigenes, wertvolles Altwachs aus dem Sonnen– oder Dampfwachsschmelzer verarbeiten. Bevor dieses Rohwachs

Thymianhonig: Wirkung, Geschmack & Kaufguide
19. Juni 2025
Thymianhonig ist ein exquisiter Sortenhonig, der durch seinen intensiven, würzigen Geschmack und seine dunklere, bernsteinfarbene Farbe besticht. In der Imkerei gilt diese besondere Honigsorte als Rarität, da echte Bienenprodukte aus Thymiannektar hauptsächlich aus mediterranen Gebieten stammen. Diese Honigsorten werden aus dem Nektar der Thymianblüten gewonnen und zeichnen sich durch ihre außergewöhnlichen Eigenschaften aus. Thymianhonig besitzt

Fichtenhonig Wirkung | Heilmittel bei Erkältung
19. Juni 2025
Fichtenhonig gehört zu den wertvollsten Bienenprodukten der deutschen Imkerei und stellt als seltener Sortenhonig eine echte Delikatesse unter den Honigsorten dar. Dieser außergewöhnliche Waldhonig aus dem Honigtau der Rotfichte bietet nicht nur ein unvergleichliches Geschmackserlebnis, sondern überzeugt auch durch seine bemerkenswerten gesundheitlichen Eigenschaften. Die traditionelle Honiggewinnung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Blattläuse, die den süßen Pflanzensaft

Fenchelhonig: Seltene Delikatesse mit Heilkraft
19. Juni 2025
Fenchelhonig vereint die therapeutischen Eigenschaften des Fenchels mit den natürlichen Vorzügen des Honigs zu einem einzigartigen Naturprodukt. Diese besondere Honigsorte aus der Imkerei ist sowohl als seltene Delikatesse als auch als bewährtes Heilmittel in der Naturheilkunde geschätzt. Während echter Fenchelhonig eine absolute Rarität darstellt, bieten handelsübliche Fenchelhonig-Mischungen dennoch die wertvollen Eigenschaften der Fenchelpflanze. Sowohl Kinder
Deine Meinung ist gefragt!
Hast Du Anmerkungen, Fragen oder findest, dass ein wichtiger Punkt im Artikel noch fehlt? Dann schreib uns gerne einen Kommentar! Wir freuen uns über dein Feedback und prüfen gern, ob wir deine Hinweise in den Beitrag aufnehmen können.