Zum Ziehen von jungen Königinnen bedarf es einiger Vorbereitungen, zu diesen gehört auch die Herstellung von leeren Weiselnäpfen. Zwar können im Handel künstliche Weiselnäpfe aus Plastik gekauft werden, doch ist die Herstellung von eigenen aus echtem Bienenwachs genauso einfach. Die Bienen bauen nach dem Umlarven von jungen, befruchteten Eiern die Näpfe zu vollwertigen Königinnenzellen aus. Sowohl die Weiselnäpfe aus Plastik, als auch die selbst hergestellten aus Bienenwachs werden von den Bienen gut angenommen, in der Regel werden bei einer sorgfältigen Umlarvung etwa 80 – 95% der Weiselzellen ausgebaut. Oftmals sind die nicht ausgebaut falsch umgelarvt worden, sodass die Eier in ihrem eigenen Saft ertrunken oder beim Einhängen in das Volk aus den Näpfen gefallen sind. Zur Herstellung wird ein sogenanntes Formholz aus Birken- oder Eichenholz verwendet, welches an einer Seite die Form einer Halbkugel mit einem Durchmesser von circa 8mm – 10mm hat.
Vor dem Ziehen der Wachsnäpfe ist das Formholz mindestens 1 Stunde in einem lauwarmen Wasserbad zu wässern. Durch das ins Holz aufgenommene Wasser lassen sich die Näpfe später besser und leichter wieder ablösen und werden nicht durch zu starken Druck beschädigt. Anschließend kann das Wachs erwärmt werden, hierzu reicht eine kleine Menge Bienenwachs aus, optimal sind Reste von Mittelwänden, denn diese schmelzen wesentlich besser aufgrund der dünnen Struktur und der lockeren Stapelung. Für kleinere Mengen von etwa 20 – 50 Näpfen reicht die Metallschale eines Teelichts vollkommen aus, zudem dauert die Erwärmung nicht allzu lange und die Menge an zu entsorgendem Restwachs nach getaner Arbeit ist sehr gering. Sollte das geschmolzene Wachs im Teelicht nicht ausreichen, kann sporadisch immer wieder ein Stück Mittelwand hinzugegeben werden. Bei größeren Produktionsmengen von 100 und mehr Näpfen empfiehlt es sich, eine größere Schmelzschale zu nutzen, wie zum Beispiel der Glasbehälter aus dem Sonnenwachsschmelzer. Zudem kann mit mehreren Formhölzern gleichzeitig gearbeitet werden, diese werden einfach in Reihe auf einer Leiste befestig, sodass 5 – 10 Näpfe je Durchgang produziert werden können.
Formholz wässern und abtropfen
Das gewässerte Formholz wird vor dem Eintauchen in das Wasser abgeschüttelt, sodass keine Wassertropfen mehr an der Holzoberfläche vorhanden sind. Das Wasser würde andernfalls sich störend auf den Vorgang auswirken, Blasen bilden oder ein Loch in dem Napf erzeugen. Jetzt kann das Formholz in das flüssige Wachs etwa 8 mm tief eingetaucht werden. Anschließend sofort wieder aus dem Wachs nehmen, damit die aufgenommen Menge Bienenwachs am Formholz erstarren kann, dies dauert meist nur wenige Sekunden. Dieser Vorgang des Eintauchens und Erstarren lassen wird mindestens zwei weitere Male wiederholt, sodass sich eine mehrschichtige Wachshülle am Formholz bildet. Umso heißer das Bienenwachs ist, desto dünner werden die einzelnen Schichten. Ist das Wachs zu heißt, kann sich keine ausreichend dicke Wachsschicht bilden, weil die vorhandenen und erstarrten Schichten sofort wieder geschmolzen werden. Die optimale Temperatur liegt bei 75 – 85 ° Celsius, denn bereits bei Temperaturen unter 65° Celsius erstarrt das Wachs wieder.
Weiselnäpfe abziehen
Nach maximal 3 – 4 Durchgängen sollte ausreichend Wachs am Formholz sein, damit die Weiselnäpfe zur späteren Nutzung ausreichend stabil sind. Es gibt mindestens 2 Möglichkeiten die Weiselnäpfe vom Formholz abzuziehen, beide haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Wenn man die Weiselnäpfe erst in Maße produzieren möchte und zu einem späteren Zeitpunkt nach und nach verbraucht, dann sollte man das Formholz mit samt dem anhaftenden Weiselnapf in kaltes Wasser tauchen. Der Napf kann jetzt einfach mit den Fingern abgezogen werden. Die Wachsschicht sollte ausreichend hart sein, dass die Näpfe nicht einfach beim Abziehen zerdrückt werden. Eine andere Methode ist es, nach dem letzten Durchgang die Enden der Zelle mit dem noch weichen Wachs direkt auf den Zuchtstopfen zu setzen. Hierdurch ist der Weiselnapf gleich direkt mit dem Zuchtstopfen verbunden und muss später nicht mit zusätzlichem Aufwand mit Bienenwachs angeklebt werden. Ist das weiche Wachs zwischen späterer Weiselzelle und Stopfen einigermaßen erkaltet, dann können beide zusammenheftende Teile mit samt dem Formholz in kaltem Wasser abgeschreckt werden. Der Weiselnapf kann sich jetzt leicht mit dem Zuchtstopfen zusammen vom Formholz ablösen lassen.
Trennschicht mit Kartoffelstärke
Sicherlich können auch erst später verwendete Königinnenzellen auf diese Weise produziert werden, oftmals sind aber nicht ausreichend Zuchtpropfen für alle Wachszellen vorhanden. Nach jedem Durchgang muss das Formholz wieder für 1 – 2 Minuten gewässert werden, damit nachfolgende Wachszellen nicht an diesem haften bleiben. Alternativ zum Wässern kann der Holzbereich, welcher mit dem Wachs in Berührung kommt auch in eine halbe Kartoffel gedrückt werden. Die anhaftende Stärke stellt eine natürliche Trennschicht zwischen Wachs und Holz dar. Die Holzoberfläche sollte nur leicht mit der Stärke benetzt sein, dies ist ausreichend damit sich die spätere Weiselzelle ablösen lässt. Eine Beeinträchtigung der sich entwickelnden Königinnen durch den geringen Anteil an Kartoffelstärke ist momentan nicht bekannt.