Suppressed Mite Reproduction (SMR) ist ein genetisches Merkmal, das Honigbienen dabei unterstützt, den Befall durch Varroamilben effektiv zu reduzieren. Als natürlicher Abwehrmechanismus ermöglicht SMR den Bienen, die Fortpflanzung der parasitären Milben direkt in der Bienenbrut zu stören und somit den Befall deutlich einzudämmen. Für die moderne Imkerei stellt dieser Selektionsmechanismus einen vielversprechenden Ansatz dar, um die Abhängigkeit von chemischen Behandlungsmethoden zu verringern und gleichzeitig widerstandsfähigere Bienenvölker zu fördern. Da SMR vererbbar ist, nutzen Züchter dieses Merkmal zunehmend in der Bienenzucht, um varroaresistente Linien zu entwickeln. Durch die gezielte Auswahl von Völkern mit hoher SMR-Ausprägung können Imker langfristig zur Gesundheit ihrer Bienen beitragen und gleichzeitig die Nachhaltigkeit der Imkerei stärken.

Inhaltsverzeichnis
Was bedeutet Suppressed Mite Reproduction (SMR) bei Honigbienen?
Suppressed Mite Reproduction (SMR) beschreibt die Fähigkeit der Honigbiene, die Vermehrung der Varroamilbe innerhalb der verdeckelten Brut zu unterdrücken. Dieses Merkmal wurde erstmals in den 1990er Jahren von Forschern entdeckt und seitdem intensiv untersucht. Im Gegensatz zu anderen Abwehrmechanismen wie dem Putzverhalten wirkt SMR direkt auf den Reproduktionsprozess der Milbe ein.
Bienen mit starker SMR-Ausprägung beeinflussen durch bisher nicht vollständig geklärte Mechanismen die Fortpflanzungsfähigkeit der eingedrungenen Milbenweibchen. Während bei normalen Bienenvölkern etwa 80-90% der Milben erfolgreich Nachkommen in den Brutzellen produzieren, sinkt diese Rate bei SMR-Völkern auf teilweise unter 30%. Dies führt zu einer deutlich verlangsamten Populationsentwicklung der Parasiten.
Für die Imkerei ist dieser Mechanismus besonders wertvoll, da er kontinuierlich und ohne menschliches Eingreifen wirkt. Die Bienen bekämpfen die Milben sozusagen im Schlaf, während der Entwicklungsphase ihrer eigenen Brut. Durch die geringere Vermehrungsrate der Milben bleibt der Befallsdruck über längere Zeit unter der Schadschwelle und kann den Einsatz von Behandlungsmitteln reduzieren oder zeitlich verzögern.
Wie funktioniert Suppressed Mite Reproduction (SMR) im Detail?
Der Mechanismus hinter Suppressed Mite Reproduction (SMR) ist komplex und basiert auf mehreren Faktoren. Wenn ein Varroaweibchen in eine Brutzelle eindringt, bevor diese verdeckelt wird, beginnt normalerweise ein präzise getimter Reproduktionszyklus. Bei Bienen mit SMR-Eigenschaften werden jedoch verschiedene Störfaktoren aktiviert.
Zunächst scheinen SMR-Bienenlarven bestimmte chemische Signale abzugeben, die die Eiablage der Milbe verzögern oder vollständig verhindern können. Darüber hinaus enthält die Hämolymphe dieser Larven möglicherweise Substanzen, die die Entwicklung der Milbeneier beeinträchtigen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass in SMR-Völkern deutlich mehr Milbenweibchen kinderlos bleiben oder weniger lebensfähige Nachkommen produzieren.
Ein weiterer Aspekt ist die veränderte Zusammensetzung der Hämolymphe, die als Nahrung für die Milben dient. Bei SMR-Bienen scheint diese weniger nahrhaft für die Parasiten zu sein, was ihre Reproduktionsfähigkeit zusätzlich einschränkt. Außerdem kann die veränderte Entwicklungszeit der Bienenbrut den Lebenszyklus der Milbe stören.
Für die Imkerei bedeutet dieser natürliche Schutzmechanismus eine wertvolle Alternative zu chemischen Behandlungsmethoden. Da die Bekämpfung direkt in der verdeckelten Brut stattfindet, wirkt SMR genau dort, wo herkömmliche Mittel oft nicht hingelangen können.
Die genetische Grundlage von Suppressed Mite Reproduction (SMR)
Die genetische Basis von Suppressed Mite Reproduction (SMR) ist ein faszinierendes Forschungsgebiet in der Bienenzucht. SMR wird durch mehrere Gene beeinflusst und folgt einem polygenen Vererbungsmuster. Dies erklärt, warum die Ausprägung des Merkmals innerhalb einer Population variieren kann und nicht nach einfachen Mendelschen Regeln vererbt wird.
Wissenschaftler haben festgestellt, dass SMR teilweise mit dem VSH-Merkmal (Varroa Sensitive Hygiene) überlappt. Während früher beide Eigenschaften als separate Mechanismen betrachtet wurden, zeigen neuere Studien, dass VSH tatsächlich ein Teilaspekt von SMR sein könnte. Die genetischen Marker für SMR werden zunehmend identifiziert, was die gezielte Zucht erheblich erleichtert.
Ein wichtiger Aspekt ist die Heritabilität – also die Vererbbarkeit des Merkmals. Mit Werten zwischen 0,3 und 0,5 gilt SMR als moderat bis gut vererbbar. Das bedeutet, dass durch konsequente Selektion in der Bienenzucht die Ausprägung von SMR in nachfolgenden Generationen verstärkt werden kann. Allerdings ist die Selektion komplex, da verschiedene Gene zusammenwirken müssen.
Für Imker ist das Verständnis dieser genetischen Grundlagen wichtig, um realistische Erwartungen an Zuchtprogramme zu haben. Die Entwicklung stabiler SMR-Linien erfordert Zeit, konsequente Selektion und idealerweise eine breite genetische Basis, um Inzuchtprobleme zu vermeiden.
SMR im Vergleich zu anderen Varroaresistenz-Mechanismen
Suppressed Mite Reproduction (SMR) ist nur einer von mehreren natürlichen Abwehrmechanismen, die Honigbienen gegen Varroamilben entwickelt haben. Im Vergleich zu anderen Resistenzeigenschaften zeigt SMR einige bemerkenswerte Unterschiede und Stärken.
Das Putzverhalten (Grooming) ist ein weiterer wichtiger Resistenzmechanismus, bei dem Bienen aktiv Milben von ihren Körpern oder denen ihrer Nestgenossinnen entfernen. Während Grooming hauptsächlich gegen adulte Milben auf ausgewachsenen Bienen wirkt, greift SMR direkt in den Reproduktionszyklus ein und bekämpft damit das Populationswachstum an seiner Wurzel.
Varroa Sensitive Hygiene (VSH) beschreibt die Fähigkeit von Arbeiterinnen, infizierte Brutzellen zu erkennen und zu öffnen. Obwohl anfangs als eigenständiges Merkmal betrachtet, ist VSH inzwischen als Teilaspekt von SMR anerkannt. Bienen mit starker SMR-Ausprägung zeigen oft auch ausgeprägtes VSH-Verhalten, da beide Mechanismen genetisch miteinander verknüpft sind.
Die Bruthygiene (Hygienisches Verhalten) umfasst die Erkennung und Entfernung kranker oder toter Brut. Während dieses Verhalten ursprünglich für die Resistenz gegen Amerikanische Faulbrut selektiert wurde, hilft es auch gegen Varroamilben, allerdings weniger spezifisch als SMR.
Für die Imkerei bietet die Kombination dieser verschiedenen Resistenzmechanismen den vielversprechendsten Ansatz. Bienenvölker, die sowohl SMR als auch gutes Putzverhalten und allgemeine Bruthygiene zeigen, entwickeln die stärkste natürliche Varroatoleranz.
Zucht auf Suppressed Mite Reproduction (SMR) in der Imkerei
Die gezielte Zucht auf Suppressed Mite Reproduction (SMR) stellt für moderne Imker eine vielversprechende Strategie dar. Um SMR in Bienenpopulationen zu fördern, haben sich verschiedene Zuchtmethoden etabliert.
Der Selektionsprozess beginnt mit der Identifikation von Völkern, die trotz Varroabelastung gesund bleiben. Nach einer standardisierten Befallsmessung werden diejenigen Völker ausgewählt, die den geringsten Anstieg der Milbenpopulation zeigen. Diese werden dann durch mikroskopische Untersuchungen der verdeckelten Brut auf den Anteil nicht-reproduzierender Milben überprüft.
Die instrumentelle Besamung von Königinnen ermöglicht eine kontrollierte Verpaarung mit ausgewählten Drohnen aus SMR-starken Völkern. Dadurch können die genetischen Vorteile gezielt weitergegeben werden. Alternativ nutzen einige Zuchtprogramme isolierte Belegstellen, an denen ausschließlich Drohnen aus SMR-selektierten Völkern fliegen.
Ein langfristiger Ansatz ist entscheidend, da die Entwicklung stabiler SMR-Linien mehrere Generationen benötigt. Viele Bienenzüchter arbeiten in Kooperationen zusammen, um Daten auszutauschen und die genetische Vielfalt zu erhalten.
Für Hobby-Imker bietet der Kauf von Königinnen aus SMR-Zuchtprogrammen eine einfache Möglichkeit, dieses wertvolle Merkmal in den eigenen Bestand einzubringen. Durch konsequente Nachzucht und Selektion können sie dann eigene lokale SMR-angepasste Linien entwickeln.
Messung und Nachweis von Suppressed Mite Reproduction (SMR)
Die zuverlässige Messung und Bewertung von Suppressed Mite Reproduction (SMR) ist für Zuchtprogramme entscheidend. Verschiedene Methoden haben sich etabliert, um dieses Merkmal in Bienenvölkern nachzuweisen.
Die Brutzellen-Untersuchung ist die direkteste Methode. Hierbei werden verdeckelte Brutzellen kurz vor dem Schlupf der Bienen geöffnet und auf Varroamilben untersucht. In Völkern mit starkem SMR-Merkmal finden sich deutlich mehr unbefruchtete Milbenweibchen oder solche mit weniger Nachkommen. Als Richtwert gilt: Wenn mehr als 50% der Milben keine lebensfähigen Nachkommen produzieren, weist dies auf eine gute SMR-Ausprägung hin.
Der Milben-Reproduktionstest (MRT) ist ein standardisiertes Verfahren, bei dem Drohnenbrut künstlich mit Milben infiziert und die Reproduktionsrate später ausgewertet wird. Diese Methode erlaubt kontrollierte Bedingungen, erfordert jedoch spezielle Ausrüstung und Erfahrung.
Für praktische Imker ist der Populationswachstumstest oft zugänglicher. Hier wird der natürliche Anstieg der Milbenpopulation über eine Saison gemessen. Völker mit guter SMR-Ausprägung zeigen einen deutlich langsameren Anstieg der Befallsrate.
Moderne molekulare Methoden wie die Genotypisierung erlauben mittlerweile auch direkte genetische Tests auf SMR-assoziierte Marker. Diese Techniken sind jedoch noch nicht breit verfügbar und werden hauptsächlich in der Forschung und professionellen Bienenzucht eingesetzt.
Vorteile von Suppressed Mite Reproduction (SMR) für die Imkerei
Die Integration von Suppressed Mite Reproduction (SMR) in die Imkerei bietet zahlreiche Vorteile, die weit über die bloße Varroakontrolle hinausgehen.
Der offensichtlichste Nutzen ist die reduzierte Abhängigkeit von chemischen Behandlungsmitteln. Bienenvölker mit starker SMR-Ausprägung können den Varroabefall über längere Zeiträume unter der Schadschwelle halten, was weniger Behandlungen erfordert. Dies senkt nicht nur Kosten, sondern vermindert auch die Belastung des Bienenwachses mit Rückständen und beugt Resistenzentwicklungen bei den Milben vor.
Die natürliche Selektion auf SMR stärkt die allgemeine Vitalität der Bienenpopulationen. Da die Bienen selbst aktiv gegen den Parasiten vorgehen, entsteht ein evolutionärer Wettlauf, der langfristig zu stabileren Wirt-Parasit-Beziehungen führen kann. Im Gegensatz zu chemischen Behandlungen, die diesen Prozess unterbrechen, fördert SMR die natürliche Anpassungsfähigkeit.
Wirtschaftliche Vorteile entstehen durch geringere Völkerverluste und stabilere Erträge. Imker berichten, dass SMR-selektierte Völker oft produktiver sind, da sie weniger Ressourcen für die Bekämpfung von Parasiten aufwenden müssen und mehr Energie in die Honigproduktion investieren können.
Für Bioimker ist SMR besonders wertvoll, da es perfekt mit den Grundsätzen der biologischen Bienenhaltung harmoniert. Die Förderung natürlicher Resistenzmechanismen entspricht dem Leitprinzip, mit der Natur statt gegen sie zu arbeiten.
Herausforderungen bei der Implementierung von Suppressed Mite Reproduction (SMR)
Trotz der vielversprechenden Vorteile stehen Imker bei der Implementierung von Suppressed Mite Reproduction (SMR) vor einigen Herausforderungen, die realistische Erwartungen erfordern.
Eine zentrale Schwierigkeit liegt in der komplexen Genetik des Merkmals. Da SMR polygenetisch vererbt wird, kann es in der Nachzucht zu einer Abschwächung kommen, besonders wenn SMR-Königinnen mit Drohnen aus nicht-selektierten Linien verpaart werden. Dieses Verdünnungsproblem erfordert kontinuierliche Selektion und idealerweise kontrollierte Paarungen.
Die Messung und Bewertung von SMR ist arbeitsintensiv und erfordert mikroskopische Untersuchungen oder spezialisierte Tests. Für viele Hobby-Imker stellt dies eine Hürde dar, die den Zuchtfortschritt verlangsamen kann. Zudem variiert die SMR-Ausprägung saisonal und wird von Umweltfaktoren beeinflusst, was die Selektion zusätzlich erschwert.
Ein weiteres Problem ist die potenzielle Einschränkung der genetischen Vielfalt durch intensive Selektion auf ein einzelnes Merkmal. Dies kann langfristig zu Inzuchtproblemen und dem Verlust anderer wertvoller Eigenschaften führen. Bienenzüchter müssen daher einen Balanceakt zwischen Selektion auf SMR und Erhaltung genetischer Diversität meistern.
Nicht zuletzt benötigt die Entwicklung stabiler SMR-Linien Zeit und Geduld. Anders als chemische Behandlungen, die sofortige Ergebnisse liefern, ist die Zucht auf natürliche Resistenz ein langfristiges Projekt, das mehrere Bienengenerationen umfasst.
Kombination von SMR mit anderen Varroa-Management-Strategien
Eine erfolgreiche Varroakontrolle basiert heute auf integrierten Konzepten, bei denen Suppressed Mite Reproduction (SMR) ein wichtiger Baustein sein kann, aber nicht als alleinige Lösung betrachtet werden sollte.
Die Kombination von SMR mit biotechnischen Maßnahmen wie dem Ausschneiden von Drohnenbrut oder der Bildung von Brutpausen ergibt synergistische Effekte. Während SMR die Vermehrung der Milben in der Arbeiterinnenbrut reduziert, können gezielte Eingriffe die Parasitenpopulation zusätzlich dezimieren.
Organische Säuren und ätherische Öle als behandlungsmittel bleiben wichtige Werkzeuge, auch in SMR-selektierten Völkern. Der entscheidende Unterschied liegt in der Frequenz: Während konventionelle Völker regelmäßige Behandlungen benötigen, können bei Bienen mit guter SMR-Ausprägung oft nur noch Notfallbehandlungen bei kritischem Befall erforderlich sein.
Das kontinuierliche Monitoring des Varroabefalls bleibt unverzichtbar. Durch regelmäßige Gemülldiagnosen oder Puderzuckertests können Imker den Befallsdruck überwachen und bei Bedarf eingreifen, bevor Schäden entstehen. Diese Wachsamkeit ist besonders wichtig, da selbst SMR-starke Völker unter extremem Befallsdruck zusammenbrechen können.
Die Umgebungssituation spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. In Regionen mit hoher Bienendichte und vielen nicht-behandelten Völkern kann der Reinvasionsdruck durch einfliegende Milben die SMR-Effekte teilweise kompensieren. Hier sind regionale Imkerkooperationen wertvoll, um gemeinsam an verbesserten Resistenzen zu arbeiten.
Die Zukunft von Suppressed Mite Reproduction (SMR) in der Imkerei
Die Perspektiven für Suppressed Mite Reproduction (SMR) in der zukünftigen Imkerei sind vielversprechend, besonders angesichts aktueller Forschungstrends und gesellschaftlicher Entwicklungen.
Die molekulare Forschung macht rasche Fortschritte bei der Identifizierung spezifischer Gene und Marker, die mit SMR assoziiert sind. Diese Erkenntnisse werden die gezielte Selektion erheblich vereinfachen und beschleunigen. Zukünftig könnten einfache genetische Tests Imkern ermöglichen, das SMR-Potenzial ihrer Völker ohne aufwändige Brutzellen-Untersuchungen zu bestimmen.
Internationale Zuchtprogramme intensivieren den Austausch von SMR-Genetik zwischen verschiedenen Bienenrassen und Regionen. Diese Vernetzung fördert die Entwicklung lokal angepasster, varroatoleranter Linien mit breiter genetischer Basis. Mehrere große Projekte in Europa und Nordamerika haben bereits beachtliche Erfolge bei der Etablierung stabiler SMR-Populationen erzielt.
Die steigende Nachfrage nach nachhaltiger Imkerei verstärkt das Interesse an natürlichen Resistenzmechanismen. Verbraucher und Behörden fordern zunehmend rückstandsfreie Bienenprodukte, was den Druck zur Reduzierung chemischer Behandlungen erhöht. SMR bietet hier einen wichtigen Lösungsansatz.
Auch die Bildungslandschaft verändert sich. Imkerkurse und Fachpublikationen widmen dem Thema SMR wachsende Aufmerksamkeit, was das Bewusstsein und die praktische Kompetenz in der breiten Imkerschaft fördert. Diese Wissensverbreitung ist entscheidend, um SMR vom Forschungsgegenstand zum Standardwerkzeug in der alltäglichen Bienenhaltung zu entwickeln.
Fazit: SMR als Schlüssel zur nachhaltigen Varroakontrolle
Suppressed Mite Reproduction (SMR) repräsentiert einen wegweisenden Ansatz in der modernen Imkerei, der natürliche Abwehrkräfte der Honigbiene nutzt, anstatt sich ausschließlich auf chemische Lösungen zu verlassen. Die Fähigkeit bestimmter Bienen, die Fortpflanzung der Varroamilbe direkt in der Brutzelle zu unterdrücken, bietet einen eleganten und nachhaltigen Mechanismus zur Kontrolle dieses gefährlichen Parasiten.
Die Integration von SMR in Zuchtprogramme hat bereits vielversprechende Ergebnisse gezeigt und könnte langfristig zu einer deutlichen Verringerung der Völkerverluste beitragen. Dennoch bleibt SMR ein Baustein im größeren Puzzle der integrierten Varroakontrolle und sollte nicht als alleinige Lösung missverstanden werden.
Für Imker bietet die Selektion auf SMR eine lohnende, wenn auch anspruchsvolle Aufgabe. Die Investition in resistente Bienenvölker zahlt sich durch geringeren Behandlungsaufwand, stabilere Völker und nachhaltigere Bienenzucht aus. Gleichzeitig fördert dieser Ansatz die genetische Anpassungsfähigkeit der Bienen und unterstützt eine natürliche Koevolution zwischen Wirt und Parasit.
Die Zukunft der Imkerei liegt in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen traditionellem Wissen, moderner Wissenschaft und dem Respekt vor den natürlichen Prozessen. SMR verkörpert diese Balance perfekt und wird voraussichtlich eine zunehmend wichtige Rolle in der Erhaltung gesunder Bienenpopulationen spielen – zum Wohle der Bienen, der Imkerei und der gesamten Umwelt.
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