Das Gießen von Bienenwachskerzen ist ein fantastisches Handwerk. Mein ausführlicher Test der vier Silikon-Gießformen hat gezeigt, dass Bienenwachskerzen selber machen mit dem richtigen System hervorragend gelingt. Für diesen Test habe ich die Bienenwachspastillen von thehoneyfactory.de genutzt. Als Imker möchtest Du aber vielleicht Dein eigenes, wertvolles Altwachs aus dem Sonnen– oder Dampfwachsschmelzer verarbeiten. Bevor dieses Rohwachs in die Gießformen darf, muss es unbedingt geklärt werden, damit keine Schwebstoffe den Docht verstopfen. Dieser Schritt ist entscheidend für ein sauberes Abbrennen.
In meiner detaillierten Anleitung zum Thema Wachs klären zeige ich Dir, wie Du Dein Rohwachs mit einfachen Mitteln wie einem Kochtopf und Zitronensäure perfekt für das Gießen vorbereitest. ➡️Hier geht’s zum Artikel: Wachs klären und reinigen

Bienenwachskerzen selber herstellen
Das Handwerk des Kerzengießens, insbesondere die Veredelung von eigenem Bienenwachs, gewinnt bei Imkern und qualitätsbewussten Verbrauchern stetig an Popularität. Das Bienenwachskerzen selber machen ermöglicht nicht nur die Schaffung eines eigenen Wachskreislaufes, sondern bedient auch den Wunsch nach nachhaltigen, reinen Naturprodukten im eigenen Zuhause.
Viele Imker und DIY-Enthusiasten zögern jedoch vor dem Gießen. Die Herausforderungen liegen oft in der Sorge vor technischen Gießfehlern. Typische Probleme sind unsaubere Oberflächen, Spannungsrisse (Cracking) durch falsche Abkühlung oder die Bildung von tiefen Kratern (sogenannten Lunkern) durch die Volumenschrumpfung des Wachses.
Aus diesem Grund habe ich ein System vom Fachhändler thehoneyfactory einem ausführlichen Praxistest unterzogen. Das Unternehmen positioniert sich als Lösungsanbieter, der aufeinander abgestimmte Komponenten für Kerzen aus Bienenwachs anbietet.
Ich habe die folgenden Produkte getestet, um die Qualität, die Anwenderfreundlichkeit und vor allem die Endergebnisse zu prüfen:
- Rohmaterial: Bienenwachspastillen Gelb (100% reines Bienenwachs) (Affiliate-Link)
- Form 1: Kerzengießform EASY SOLID (Waben-Blockkerze) (Affiliate-Link)
- Form 2: Kerzengießform EASY BIENENKORB (Detail-Motivkerze) (Affiliate-Link)
- Form 3: Kerzengießform „Mid Stumpy“ (Stumpenkerze, 10,5 cm) (Affiliate-Link)
- Form 4: Kerzengießform BIG STUMPY (Stumpenkerze, 14,5 cm) (Affiliate-Link)

Das Test-Setup: Die vier Silikon-Gießformen von the honey factory (Easy Solid, Easy Bienenkorb, Mid Stumpy, Big Stumpy) und die Bienenwachspastillen.
Analyse 1: Das Rohmaterial (Die Wachspastillen)
Grundlage jeder hochwertigen Bienenwachskerze ist das Wachs. thehoneyfactory bietet hier unterschiedliche Qualitäten an, deren Einsatzzweck klar definiert ist:
- Bienenwachspastillen (Pharmazeutisch): Diese höchste Reinheitsstufe (gemäß Ph. Eur.) ist primär für kosmetische oder pharmazeutische Anwendungen vorgesehen.
- Bienenwachspastillen Gelb (100% rein): Das für die Kerzenherstellung empfohlene Produkt. Es wird als 100% reines Bienenwachs ohne Zusätze deklariert.
- Bienenwachspastillen (Kosmetisch) ECO: Ein Mischprodukt, das laut Hersteller „nicht 100 % rein“ ist und „wachsähnliche Zusätze“ enthält. Für reine Bienenwachskerzen ist dieses Produkt ungeeignet.
Für meinen Test habe ich das Produkt „Bienenwachspastillen Gelb – 100% rein“ verwendet. Die Pastillenform bot im Test einen signifikanten Praxisvorteil: Sie ermöglicht eine exakte, Dosierung und ein schnelleres, gleichmäßiges Schmelzen.


Die Bienenwachspastillen lassen sich perfekt dosieren und schmelzen zu reinem, flüssigem Gold.
Analyse 2: Die Gießformen (Material und Bauart)
Bei der Analyse der Gießformen im Test wurde eine klare Trennung in zwei Produktlinien offensichtlich, die sich in Material, Aufbau und Anwendungsverfahren fundamental unterscheiden.
Produktlinie 1: Die „Easy“-Serie (Einteilig & Flexibel)
Zu dieser Serie gehörten in meinem Test die Formen EASY SOLID und EASY BIENENKORB. Diese Formen bestehen aus einem relativ weichen, hochflexiblen Silikon.
Konstruktives Merkmal: Sie sind nahtlos, also aus einem Guss (einteilig) gefertigt.
Anwendung: Diese Bauart ist auf maximale Anwenderfreundlichkeit ausgelegt. Sie erfordert keine spezielle Vorbereitung. Das Entformen der erkalteten Kerze geschieht durch einfaches, aber vorsichtiges Umstülpen oder Abziehen des flexiblen Materials. Es werden keine Trennmittel oder externen Fixierungen (Gummibänder) benötigt. Diese Serie richtet sich klar an Einsteiger und Anwender, die einen unkomplizierten und schnellen Workflow bevorzugen.
Produktlinie 2: Die „Stumpy“-Serie (Hochelastisch & Geschlitzt)
Hierzu zählten die Formen „MID STUMPY“ und BIG STUMPY. Das Material wird vom Hersteller als „hochelastisches Silikon“ beschrieben. Es ist im direkten Vergleich deutlich dicker, steifer und formstabiler als bei der „Easy“-Serie.
Konstruktives Merkmal: Der entscheidende Unterschied ist der durchgehende, vertikale Einschnitt an der Seite. Diese Formen sind nicht nahtlos.
Anwendung: Diese professionelle Bauart ist für Langlebigkeit und die Realisierung von Kerzen (z.B. Stumpen) ausgelegt, die sich aufgrund ihrer glatten Form oder Größe nicht aus einer einteiligen Form „herausstülpen“ ließen. Der Schlitz ist notwendig, um die Kerze überhaupt entformen zu können , bedingt aber einen zwingenden Vorbereitungsschritt.

Zwei Systeme im Test: Die geschlitzte „Stumpy“-Profi-Form (rechts), die mit Gummibändern fixiert wird.

Zwei Systeme im Test: Die nahtlose „Easy“-Form
Anwendung & Verarbeitung (Die Workflow-Unterschiede im Test)
Die unterschiedliche Bauart der Formen bedingte in meinem Test ein fundamental abweichendes Verarbeitungsverfahren.
Verarbeitung „EASY“-Serie: Der Workflow war, wie vom Hersteller beschrieben , denkbar einfach. Bei den einteiligen Formen (z.B. EASY BIENENKORB) wird der Docht durch das am Formenboden vorgesehene Loch gefädelt und mittels eines Dochthalters (z.B. Holzspieß) oben zentriert. Ein weiteres Abspannen ist nicht nötig (siehe ‚Variante 1‘ bei EASY BIENENKORB).
Verarbeitung „STUMPY“-Serie (Profi-Linie): Aufgrund des Einschnitts war bei den „STUMPY“-Formen eine Vorbereitung zwingend erforderlich :
Fixierung (Abdichtung): Die Form muss von außen fest fixiert werden, um ein Auslaufen des flüssigen, heißen Wachses durch den Schlitz zu verhindern. Der Hersteller empfiehlt hierzu explizit das „Abspannen“ mit Gummibändern. In meinem Test war dieser Schritt zwingend erforderlich. Ich habe 5-6 starke Gummibänder gleichmäßig über die Formhöhe verteilt, um den Schlitz bündig zu schließen.
Ein wichtiger Praxistipp: Beim Fixieren des Dochts mit einem Dochthalter (z.B. einem Holzspieß) sollte man kleine Abstandshalter (ich habe einfache Schaschlik-Spieße verwendet) zwischen den Rand der Form und den Dochthalter legen. Dies verhindert, dass das Wachs beim Gießen durch Kapillarwirkung am Dochthalter „hochzieht“ und eine unsaubere Oberkante erzeugt.



Die Formen sind gegossen. Man erkennt gut meinen Praxistipp: Die Schaschlik-Spieße dienen als Abstandshalter, damit das Wachs nicht am Dochthalter hochkriecht.
Technische Parameter im Test
Für ein Gelingen sind neben der Form auch die Gießparameter entscheidend. Ich habe mich im Test exakt an die Herstellervorgaben gehalten, um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.
Gießtemperatur: Der Hersteller empfiehlt für sein System (Wachs und Formen) eine Gießtemperatur von ca. 66 °C. Diese relativ niedrige Temperatur (Bienenwachs schmilzt bei ca. 62–65 °C ) ist ein wichtiger technischer Hinweis. Eine niedrigere Gießtemperatur reduziert die Schrumpfung (Volumenkontraktion) des Wachses beim Abkühlen und minimiert so signifikant die Gefahr von Spannungsrissen.
Lunkerbildung (Krater): Mein Test hat bestätigt: Eine leichte Lunkerbildung trat bei allen vier Formen auf. Dies ist ein normaler physikalischer Vorgang. Das Ausmaß war in meinem Test jedoch minimal. Bereits nach ca. 5-10 Minuten Aushärtezeit habe ich die kleine Vertiefung um den Docht mit ein wenig flüssigem Wachs nachgegossen. Das Ergebnis war eine perfekte, glatte Oberfläche.

Die Lunkerbildung war minimal. Nach nur 5-10 Minuten konnte die kleine Vertiefung nachgegossen werden, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen.
Praxistest: Entformen und Ergebnisse
Der spannendste Teil meines Tests war das Entformen am nächsten Tag. Hier zeigten sich die Vorteile der jeweiligen Bauart, und ich kann vorwegnehmen: Ich bin mit der Qualität und den Ergebnissen sehr zufrieden.
Ergebnis „EASY“-Serie (SOLID & BIENENKORB) : Das Entformen war wie erhofft mühelos. Das flexible Material ließ sich einfach von der Kerze abziehen bzw. umstülpen. Die Details, insbesondere die feine Biene auf dem Bienenkorb und die scharfen Kanten der Wabenstruktur , waren perfekt und gestochen scharf abgebildet. Keinerlei Rückstände blieben in der Form.
Ergebnis „STUMPY“-Serie (MID& BIG) : Hier zeigte sich die Stärke der Formen. Das Entformen war bei allen vier Kerzen super einfach. Selbst bei den großen, glattwandigen „STUMPY“-Formen war kein übermäßiger Kraftaufwand nötig. Nach dem Lösen der Gummibänder ließen sich die Formen problemlos öffnen und die Kerzen entnehmen. Das Ergebnis: perfekt glatte, makellose Stumpenkerzen ohne Lufteinschlüsse oder Gussnähte.

Die Ergebnisse meines Tests: Vier makellose Bienenwachskerzen. Die Details sind scharf und die Oberflächen der Stumpenkerzen sind perfekt glatt – ganz ohne Silikonspray.




Der Abbrand-Test: Auch der finale Abbrand-Test überzeugte: Alle vier Kerzen brannten mit ruhiger Flamme sauber und ohne zu rußen, was für die hohe Qualität des Wachses und das gute Design der Formen spricht.

Der Abbrand-Test. Die Kerzen aus Bienenwachs brennen sauber und gleichmäßig.
Reinigung und Pflege der Formen
Die Reinigung der Formen war in meinem Test unproblematisch. Silikonformen gelten als langlebig und pflegeleicht. Wachsrückstände sollten niemals mechanisch (z.B. durch Kratzen) entfernt werden. Grobe Reste ließen sich leicht entfernen, und für die Feinreinigung reichte heißes Wasser mit Spülmittel, um die Formen für den nächsten Guss vorzubereiten.
Fazit meines Praxistests
Das System von the honey factory hält, was es verspricht, wenn man die Produktlinien differenziert. Meine Tests haben dies klar bestätigt.
- Für Einsteiger & Detail-Liebhaber: Die „EASY“-Serie (EASY SOLID & EASY BIENENKORB ) (Affiliate-Link) ist ideal für den Einstieg ins Bienenwachskerzen selber machen. Der Workflow ist einfach, erfordert kein Zubehör und die Ergebnisse waren sofort überzeugend. Hier war ich besonders von der feinen Detailtreue begeistert.
- Für Profis & Liebhaber klassischer Stumpen: Die „STUMPY“-Serie (MID STUMPY & BIG STUMPY ) (Affiliate-Link) besteht aus extrem robusten, hochelastischen Profi-Werkzeugen. Der Mehraufwand (lediglich Gummibänder sind erforderlich) ist minimal und belohnt mit absolut makellosen, schweren Stumpenkerzen in Manufaktur-Qualität. Das Entformen war auch hier problemlos.
Insgesamt bin ich mit der Qualität der Gussformen und der Reinheit der Wachspastillen (Affiliate-Link) sehr zufrieden. Das Bienenwachskerzen selber machen gelingt mit diesem aufeinander abgestimmten System (Wachs, Form und Gießtemperatur ) zuverlässig und führt zu hochwertigen Kerzen aus Bienenwachs, die Freude bereiten.
Häufig gestellte Fragen:
Wie kann ich Bienenwachskerzen selber machen?
Das Gießen von Bienenwachskerzen ist ein lohnendes Handwerk. Die Grundausstattung ist überschaubar: Du benötigst Bienenwachs (am besten in Pastillen- oder Blockform) , hitzebeständige Silikon-Gießformen , einen passenden Kerzendocht und einen Schmelztopf.
Der Vorgang ist methodisch:
- Schmelzen: Das Bienenwachs wird am sichersten in einem Wasserbad langsam erhitzt. Direkte Hitze im Topf sollte vermieden werden.
- Vorbereiten: Während das Wachs schmilzt, wird der Docht in die Silikonform eingefädelt. Bei Gießformen mit Schlitz (wie den „Stumpy“-Modellen) muss dieser fest mit Gummibändern fixiert werden, damit kein Wachs ausläuft. Der Docht wird oben mit einem Dochthalter (oder einem einfachen Holzspieß) zentriert.
- Gießen: Das flüssige Wachs (bei idealer Temperatur, siehe Frage 4) wird langsam in die vorbereitete Form gegossen.
- Abkühlen & Nachgießen: Die Kerze muss langsam bei Raumtemperatur aushärten. Beim Abkühlen zieht sich das Wachs zusammen und es bildet sich ein kleiner Krater (Lunker) um den Docht. Dieser kleine Hohlraum muss nach kurzer Zeit (z.B. 10-15 Minuten, wie in meinem Test) mit etwas flüssigem Wachs nachgegossen werden.
- Entformen: Sobald die Kerze vollständig durchgehärtet ist (am besten über Nacht), kann sie vorsichtig aus der flexiblen Silikonform gelöst werden.
Warum reißen meine Bienenwachskerzen?
Risse in Bienenwachskerzen sind ein häufiges Problem, das fast immer auf Spannungen während des Abkühlprozesses zurückzuführen ist. Die zwei Hauptursachen sind:
- Zu schnelles Abkühlen: Dies ist der häufigste Fehler. Wenn die Kerze in einer zu kalten Umgebung (z.B. unter 18°C) oder – noch schlimmer – im Kühlschrank abgekühlt wird, erstarrt die äußere Wachsschicht viel schneller als der flüssige Kern. Der Kern zieht sich beim Abkühlen weiter zusammen, aber die starre Außenhülle kann nicht nachgeben – sie reißt.
- Zu heißes Gießen: Wenn das Wachs weit über seine Schmelztemperatur erhitzt wird (z.B. auf 80°C oder 100°C) , ist die Volumenänderung (Schrumpfung) beim Erkalten extrem stark. Auch dies erzeugt massive Spannungen im Kerzenkörper.
Lösung: Gieße das Wachs bei einer niedrigeren Temperatur (ideal sind 66°C bis 75°C) und lasse die Kerze unbedingt langsam und gleichmäßig bei warmer Raumtemperatur (z.B. in Heizungsnähe) aushärten. Flexible Silikonformen helfen ebenfalls, da sie die Schrumpfung des Wachses besser tolerieren als starre Formen.
Welche Dochtstärke brauchen Bienenwachskerzen?
Die Wahl der richtigen Dochtstärke ist entscheidend für das Brennverhalten. Es gibt leider keine Universalgröße, da die Stärke von mehreren Faktoren abhängt.
Der wichtigste Faktor ist der Kerzendurchmesser. Je dicker die Kerze, desto dicker (bzw. stärker) muss der Docht sein, um genügend Hitze zu erzeugen, damit das Wachs bis zum Rand schmilzt.
Zudem ist Bienenwachs ein besonderer Brennstoff: Es ist dichter und „schwerer“ als Paraffin. Es benötigt daher mehr Energie zum Schmelzen, was bedeutet, dass man für Bienenwachs oft einen stärkeren Docht wählen muss als für eine gleich dicke Paraffinkerze.
- Ein zu dünner Docht führt zum „Tunneln“ – die Kerze brennt nur in der Mitte ab und lässt einen dicken Rand stehen, oder die Flamme „ersäuft“ im flüssigen Wachs.
- Ein zu dicker Docht erzeugt eine zu große, oft rußende Flamme und kann dazu führen, dass die Kerze tropft, weil der Brennteller überläuft.
Am besten hältst Du Dich an die Empfehlungen des Herstellers Deiner Gießform. Diese sind in der Regel auf den Durchmesser und die Wachsart abgestimmt (wie in meinem Test die Empfehlung „3×16“ für 6,5 cm Durchmesser).
Welche Temperatur Bienenwachskerzen gießen?
Die Temperatur ist ein kritischer Faktor für das Gelingen. Der reine Schmelzpunkt von Bienenwachs liegt relativ niedrig bei etwa 61°C bis 65°C.
Die ideale Gießtemperatur liegt jedoch etwas darüber. Die Empfehlungen variieren leicht: In meinem Test habe ich die Hersteller-Empfehlung von ca. 66°C verwendet, was hervorragend funktioniert hat, um Risse und Schrumpfung zu minimieren. Andere Quellen empfehlen einen Bereich von 70°C bis 75°C.
Temperaturen über 80°C oder gar 100°C sind nicht zu empfehlen. Zu heißes Wachs führt zu einer extrem starken Schrumpfung beim Abkühlen, was die Bildung von tiefen Kratern (Lunkern) und unschönen Spannungsrissen stark begünstigt.
Fazit: Ein Temperaturbereich von 66°C bis 75°C ist der ideale Kompromiss. Das Wachs ist heiß genug, um alle Details der Form auszufüllen, aber kühl genug, um die Schrumpfung und damit Risse zu kontrollieren.
Bienenwachskerzen gießen oder rollen?
Dies sind die zwei beliebtesten Methoden, um Bienenwachskerzen selber zu machen, aber sie bedienen unterschiedliche Zwecke.
Kerzen Rollen:
- Vorteile: Diese Methode ist extrem einfach, schnell und sauber. Sie ist ideal für das Basteln mit Kindern. Man benötigt kein flüssiges, heißes Wachs, sondern nur Bienenwachs-Mittelwände (Wabenplatten). Die Platten werden oft nur leicht erwärmt (z.B. mit einem Föhn), um sie geschmeidig zu machen, und dann fest um einen Docht gerollt.
- Nachteile: Man ist auf die typische Wabenoptik und die zylindrische Form der gerollten Platten beschränkt.
Kerzen Gießen:
- Vorteile: Diese Methode bietet maximale kreative Freiheit. Mithilfe von Silikonformen kann man jede erdenkliche Form herstellen – von glatten Stumpenkerzen über detaillierte Figuren (wie den Bienenkorb) bis hin zu filigranen Ornamenten. Die Kerzen sind massiv und haben oft eine längere Brenndauer.
- Nachteile: Der Prozess ist aufwändiger. Man benötigt mehr Ausrüstung (Schmelztopf, Formen) und muss sicher mit heißem Wachs umgehen. Auch technische Aspekte wie die Lunkerbildung (Krater) müssen beachtet werden.
Fazit: Rollen ist der perfekte, schnelle Einstieg für Kinder und für die typische Wabenkerze. Gießen ist das richtige Handwerk für alle, die individuelle Formkerzen in Manufaktur-Qualität herstellen möchten.
Sind Bienenwachskerzen gesund?
Ja, im Vergleich zu herkömmlichen Paraffinkerzen gelten Bienenwachskerzen als die gesündere und nachhaltigere Wahl.
Der Hauptunterschied liegt im Rohstoff:
- Paraffinkerzen werden aus Paraffin hergestellt, einem Nebenprodukt der Erdölverarbeitung. Beim Abbrennen können sie potenziell schädliche Stoffe wie VOCs (flüchtige organische Verbindungen), Benzol und Toluol freisetzen, die die Raumluft belasten.
- Bienenwachskerzen sind ein reines Naturprodukt. Sie verbrennen deutlich sauberer, sind rußärmer und gelten als schadstofffrei.
Vorteile von Bienenwachskerzen:
- Saubere Verbrennung: Sie setzen keine erdölbasierten Schadstoffe frei.
- Natürlicher Duft: Sie verströmen einen dezenten, natürlichen Honig- und Nektarduft, ohne dass künstliche, synthetische Duftstoffe (die Phthalate enthalten können) hinzugefügt werden müssen.
- Bessere Luftqualität: Es wird oft berichtet, dass Bienenwachskerzen beim Brennen negative Ionen freisetzen. Diese sollen helfen, positiv geladene Partikel in der Luft (wie Staub, Pollen und Allergene) zu binden und so die Raumluft zu reinigen.
Beim Kauf sollte man darauf achten, dass es sich um 100% reines Bienenwachs ohne Zusätze handelt.
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