Der Brutableger stellt eine wesentliche Methode in der Imkerei dar, um Bienenvölker zu vermehren und den Schwarmtrieb zu kontrollieren. Dieser Artikel erklärt detailliert, wie Honigbienen durch Brutableger vermehrt werden, welche Materialien benötigt werden und wie der Ableger zu einem produktiven Wirtschaftsvolk heranwächst. Sie erfahren, wann der ideale Zeitpunkt für die Erstellung eines Brutablegers ist und welche Schritte für eine erfolgreiche Bienenzucht notwendig sind. Besonders wichtig ist dabei die richtige Zusammenstellung der Brutwaben und die anschließende Pflege des jungen Bienenvolks. Mit dieser Anleitung gelingt Ihnen die Bildung von Brutablegern als wichtiger Bestandteil moderner Honigbienenzucht.

Inhaltsverzeichnis
Der ideale Zeitpunkt für Brutableger in der Imkerei
Die Erstellung von Brutablegern beginnt idealerweise im Mai, wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen. Diese Jahreszeit bietet optimale Bedingungen für die Volksvermehrung in der Imkerei. Besonders vorteilhaft ist es, wenn ein zweiter Bienenstand in mindestens 3-4 Kilometer Entfernung zur Verfügung steht, da dies die spätere Entwicklung des Ablegers begünstigt.
Der Mai eignet sich hervorragend, weil die Honigbienen dann besonders aktiv sind und die Bienenzucht durch natürliche Faktoren unterstützt wird. Gleichzeitig dient die Bildung von Brutablegern zur effektiven Zügelung des Schwarmtriebs, indem die Völker kontrolliert geschröpft werden. Dies ist ein wichtiger Aspekt der modernen Honigbienenzucht.
Die Mittagszeit eines warmen Tages bietet sich besonders an, weil dann viele Flugbienen bereits ausgeflogen sind. So vermeiden Sie, dass zu viele Flugbienen im Ableger landen und später zum Ursprungsvolk zurückkehren. Diese Methode optimiert die Völkervermehrung und fördert die gesunde Entwicklung der neuen Bienenkolonie.
Vorbereitung und benötigtes Material für den Brutableger
Für die erfolgreiche Erstellung eines Brutablegers in der Imkerei benötigen Sie spezifische Materialien. Zentral ist ein 6-Waben-Ablegerkasten, der ausreichend Platz für die Honigbienen bietet und gleichzeitig klein genug ist, damit die Bienen die Temperatur optimal regulieren können.
Der Brutableger besteht aus verschiedenen Wabentypen: Sie benötigen eine verdeckelte Brutwabe, eine Wabe mit herangezogenen Larven und eine mit frischen Eiern. Dazu kommen zwei Honigwaben sowie eine leere Wabe, die mit Wasser besprüht wird. Wichtig ist, dass genügend Pollen im Kranz der Waben eingelagert sind, damit die Brut optimal versorgt werden kann.
Vor der Bildung des Brutablegers sollten Sie unbedingt die Königin finden und sichern, damit diese nicht versehentlich in den Ableger gelangt. Dies ist ein kritischer Schritt in der Bienenzucht, da ein Brutableger ohne eigene Königin beginnen sollte, um später eine neue Königin heranzuziehen oder zuzusetzen.
Zusätzlich benötigen Sie einen Zerstäuber für Wasser, eventuell einen Ausfresskäfig für die spätere Königinnenzugabe und Futtermittel wie Zuckerwasser oder Futterteig für die weitere Pflege des jungen Volkes in der Honigbienenzucht.
Schritt-für-Schritt Anleitung zur Erstellung eines Brutablegers
Die Bildung eines Brutablegers folgt einem systematischen Prozess in der Imkerei. Zunächst entnehmen Sie dem Ursprungsvolk drei verschiedene Brutwaben: eine bereits verdeckelte Brutwabe, eine mit herangezogenen Larven und eine mit frischen Eiern – jeweils mit den darauf sitzenden Honigbienen. Achten Sie dabei sorgfältig darauf, dass die Königin nicht versehentlich mit in den Ableger gelangt.
Anschließend fügen Sie zwei Honigwaben mit aufsitzenden Bienen hinzu. Diese Waben dienen als Futterreserve für das neue Volk. Eine zusätzliche leere Wabe wird großflächig mit Wasser besprüht und ebenfalls in den Ablegerkasten gegeben, um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.
Falls Sie den Brutableger nicht auf einen entfernten Stand bringen können, müssen Sie zusätzlich die Bienen von zwei weiteren Brutwaben in den Ableger fegen. Diese zusätzlichen Bienen kompensieren die eventuell zum Ursprungsvolk zurückkehrenden Flugbienen.
Bevor Sie den Brutableger bilden, sollten Sie unbedingt die Königin des Spendervolks lokalisieren und sichern. Dies ist ein fundamentaler Schritt in der Bienenzucht, da sonst die gesamte Entwicklung des Ablegers gefährdet wäre. Achten Sie besonders auf genügend Pollen in den Waben, da diese für die optimale Versorgung der heranwachsenden Brut essentiell ist.
Die Kellerhaft-Methode beim Brutableger
Nach der Bildung des Brutablegers folgt die Kellerhaft, eine zentrale Technik in der Honigbienenzucht. Dabei wird das neu gegründete Volk für 24 Stunden mit verschlossenem Flugloch an einen kühlen Ort, vorzugsweise in den Keller, gebracht. Diese Methode verhindert, dass Flugbienen zum Ursprungsvolk zurückkehren und stärkt den Zusammenhalt der Bienengemeinschaft.
Die Honigbienen bemerken innerhalb weniger Stunden das Fehlen der Königin und entwickeln eine charakteristische Weiselunruhe. In diesem Zustand beginnen sie, aus den jungen Eiern in der Brutwabe Weiselzellen zu bauen, um eine neue Königin heranzuziehen. Dieser natürliche Prozess ist ein faszinierender Aspekt der Bienenzucht.
Nach der Kellerhaft kann der Brutableger auf dem Bienenstand aufgestellt werden. Dabei sollte das Flugloch möglichst eng eingestellt werden, um Räubereien durch andere Bienenvölker zu verhindern. Bei Transport zu einem mindestens 3 Kilometer entfernten Stand kann auch auf die Kellerhaft verzichtet werden, da die Flugbienen dann nicht zum Ursprungsvolk zurückfinden.
Alternativ können auch Bienen von 2-3 weiteren Waben hinzugefügt werden, um mögliche Verluste durch abfliegende Bienen zu kompensieren. Diese Methode stärkt den jungen Brutableger von Beginn an und verbessert seine Entwicklungschancen in der Imkerei.
Kontrolle und Königinnenzugabe beim Brutableger
Nach 7-9 Tagen muss der Brutableger kontrolliert und die angesetzten Weiselzellen begutachtet werden. Diese erste Inspektion ist entscheidend für die erfolgreiche Bienenzucht. Sollten bereits wieder Stifte (frisch gelegte Eier) in den Waben vorhanden sein, deutet dies darauf hin, dass entweder die alte Königin versehentlich mit eingefegt wurde oder die Bienen möglicherweise drohnenbrütig geworden sind.
Nach der erfolgreichen Kontrolle können Sie dem Volk über einen Ausfresskäfig eine junge Königin zusetzen – ein wichtiger Schritt in der professionellen Imkerei. Alternativ besteht die Möglichkeit, eine gut entwickelte, von den Bienen selbst angezogene Weiselzelle im Volk zu belassen und die natürliche Entwicklung abzuwarten.
Eine unbegattete junge Königin sollte bei guten Wetterbedingungen spätestens nach 10-14 Tagen mit dem Legen von Eiern beginnen. Dieser Prozess markiert den Start eines neuen Zyklus in der Honigbienenzucht. Wichtig ist, dass der Brutableger erst nach 2-3 Wochen wieder kontrolliert wird, wenn die erste Brut bereits verdeckelt wurde oder kurz vor der Verdeckelung steht.
Achten Sie besonders darauf, dass dem Ableger ausreichend Futter zur Verfügung steht. Nach der Bildung sollte mindestens eine volle Futterwabe vorhanden sein, um die optimale Entwicklung des jungen Volkes zu gewährleisten.
Entwicklung und Pflege des jungen Brutablegers
Die kontinuierliche Pflege des Brutablegers ist ein wesentlicher Aspekt der erfolgreichen Imkerei. Nach der Königinnenzugabe oder dem Schlüpfen einer selbst gezogenen Königin beginnt die intensive Betreuungsphase. Dabei kommt der regelmäßigen Fütterung eine zentrale Bedeutung zu.
In wöchentlichen Rhythmen sollten Sie etwa einen Liter Zuckerwasser im Verhältnis 1:1 oder besser noch Futterteig verabreichen. Diese konstante Versorgung unterstützt die Entwicklung des jungen Volkes bis zur Einwinterung im August/September und fördert den Aufbau eines starken Bienenvolks.
Während dieser Phase entwickelt sich die neue Königin zur vollwertigen Eierproduzentin, und die ersten von ihr erzeugten Arbeiterinnen schlüpfen aus den Zellen. Dieses Wachstum kennzeichnet den erfolgreichen Verlauf der Bienenzucht und zeigt, dass der Brutableger auf einem guten Weg ist.
Die regelmäßige Kontrolle des Futtervorrats und der Bruttätigkeit hilft, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. Dieser aufmerksame Umgang mit dem jungen Volk ist charakteristisch für die nachhaltige Honigbienenzucht und erhöht die Erfolgschancen des Brutablegers erheblich.
Vom Brutableger zum Wirtschaftsvolk in der Imkerei
Die Entwicklung vom Brutableger zum vollwertigen Wirtschaftsvolk markiert einen wichtigen Meilenstein in der Imkerei. Sobald der Ableger ausreichend bestiftete und verdeckelte Brutwaben sowie eine genügende Menge an Bienenmaße aufweist, kann er in ein vollwertiges Magazin umziehen.
Dieser Umzug sollte sorgfältig geplant werden, denn das Magazin muss am gleichen Platz und mit gleicher Ausrichtung wie der Ablegerkasten platziert werden. So finden die Flugbienen ihr eigenes Volk wieder und die kontinuierliche Entwicklung wird nicht unterbrochen. In der Regel ist dieser Schritt etwa 3-4 Wochen nach der ersten Eiablage der jungen Königin möglich, wenn die ersten von ihr produzierten Bienen aus den verdeckelten Brutwaben schlüpfen.
Mit dieser Umsiedelung beginnt die nächste Phase in der Honigbienenzucht, in der das junge Volk zu einem produktiven Wirtschaftsvolk heranreift. Die sorgfältige Begleitung dieses Prozesses durch den Imker ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Durch regelmäßige Kontrollen und bedarfsgerechte Fütterung unterstützen Sie die weitere Entwicklung des Volkes bis zu seiner vollen Leistungsfähigkeit in der Bienenzucht.
Fazit: Die Bedeutung von Brutablegern für die moderne Imkerei
Der Brutableger stellt eine fundamentale Methode in der modernen Imkerei dar und bietet zahlreiche Vorteile für die nachhaltige Bienenzucht. Durch die gezielte Erstellung von Brutablegern können Imker nicht nur ihre Völkerzahl erhöhen, sondern auch den natürlichen Schwarmtrieb kontrollieren und die Gesundheit ihrer Honigbienen fördern.
Die schrittweise Vorgehensweise – von der sorgfältigen Auswahl der Brutwaben über die Kellerhaft bis hin zur Entwicklung zum Wirtschaftsvolk – verdeutlicht die komplexe, aber lohnende Arbeit der Honigbienenzucht. Besonders wichtig ist dabei die kontinuierliche Pflege und Beobachtung des jungen Volkes, um optimale Entwicklungsbedingungen zu schaffen.
Mit dem richtigen Timing, der passenden Ausrüstung und konsequenter Pflege entwickelt sich der Brutableger innerhalb weniger Wochen zu einem starken, produktiven Volk. Diese Methode erlaubt nicht nur die Vermehrung der eigenen Bienenvölker, sondern trägt auch zur Erhaltung und Stärkung der Honigbiene als wichtigem Bestäuber in unserem Ökosystem bei.
Erfahrene und angehende Imker sollten die Technik des Brutablegers beherrschen, da sie ein wesentliches Instrument für erfolgreiche und nachhaltige Imkerei darstellt. Mit der richtigen Anwendung dieser Methode sichern Sie nicht nur Ihren eigenen imkerlichen Erfolg, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz und Erhalt der Honigbiene.
Häufig gestellte Fragen:
Was ist ein Brutableger in der Imkerei?
Ein Brutableger stellt eine wichtige Methode zur Volksvermehrung in der Imkerei dar. Er besteht aus Brutwaben verschiedener Entwicklungsstadien, die einem oder mehreren bestehenden Bienenvölkern entnommen werden. Dabei entnimmt der Imker gezielt eine bereits verdeckelte Brutwabe, eine mit herangezogenen Larven und eine mit frischen Eiern mitsamt der darauf sitzenden Bienen.
Zusätzlich enthält ein vollständiger Brutableger zwei Honigwaben und eine leere, mit Wasser besprühte Wabe. Diese Kombination bietet dem neuen Volk alle notwendigen Ressourcen für einen guten Start. Der Brutableger wird in spezielle 6-Waben-Ablegerkästen gesetzt, die ausreichend Platz bieten und trotzdem warm gehalten werden können.
Ein wesentliches Merkmal des Brutablegers ist, dass er ohne Königin beginnt. Die Bienen ziehen aus den vorhandenen jungen Eiern selbstständig neue Königinnen heran, oder der Imker kann später eine Königin zusetzen. Durch diese Methode erzeugt man neue, starke Bienenvölker und kontrolliert gleichzeitig den Schwarmtrieb der Ursprungsvölker.
Brutableger bilden somit die Grundlage für zukünftige Wirtschaftsvölker und tragen erheblich zur nachhaltigen Bienenzucht bei. Während ihrer Entwicklung durchlaufen sie verschiedene Phasen und benötigen angepasste Pflege durch den Imker, bis sie zu eigenständigen, produktiven Völkern heranwachsen.
Wann Brutableger bilden?
Die optimale Zeit für die Bildung eines Brutablegers beginnt im Mai. Zu dieser Jahreszeit werden die Tage länger und die Temperaturen steigen deutlich an. Diese günstigen Bedingungen schaffen die ideale Umgebung für eine erfolgreiche Volksvermehrung in der Imkerei.
Besonders vorteilhaft ist die Mittagszeit eines warmen Tages, weil dann viele Flugbienen bereits aus dem Volk ausgeflogen sind. Dadurch vermeiden Sie, dass zu viele Flugbienen im Ableger landen und später zum Ursprungsvolk zurückkehren.
Der Mai bietet auch deshalb ideale Voraussetzungen, weil die Bienenvölker zu dieser Zeit stark genug sind, um die Entnahme von Brutwaben gut zu verkraften. Gleichzeitig dient die Bildung von Brutablegern als wirksame Maßnahme zur Kontrolle des Schwarmtriebs, denn durch das Entnehmen von Brut- und Honigwaben „schröpft“ man die Völker kontrolliert.
Die Natur unterstützt in dieser Phase die Bienenzucht optimal, weil ein reiches Nektar- und Pollenangebot zur Verfügung steht. Folglich können sich sowohl das geschwächte Ursprungsvolk als auch der neue Brutableger gut entwickeln.
Achten Sie jedoch darauf, dass die Temperaturen stabil warm bleiben, damit der Brutableger die Brut gut wärmen kann und die junge Königin später gute Bedingungen für ihre Begattungsflüge vorfindet.
Brutableger ohne Kellerhaft möglich?
Ja, ein Brutableger ohne Kellerhaft ist unter bestimmten Bedingungen durchaus möglich. Wird der Brutableger an einen mehr als 3km entfernten Bienenstand gebracht, kann auch die Kellerhaft verzichtet werden.
Der entscheidende Faktor ist die Entfernung zwischen dem ursprünglichen Stand und dem neuen Standort des Brutablegers. Bei einer Distanz von mindestens drei Kilometern können die Flugbienen nicht mehr zu ihrem Ursprungsvolk zurückfinden und bleiben dadurch im neuen Ableger.
Die Kellerhaft dient hauptsächlich dazu, das Zurückfliegen der Bienen zum Ursprungsvolk zu verhindern und die Weiselunruhe zu fördern, damit die Bienen schneller mit dem Bau von Weiselzellen beginnen. Daher kann man bei ausreichender Entfernung oder durch Zugabe zusätzlicher Bienen auf diese Methode verzichten, ohne den Erfolg des Brutablegers zu gefährden.
Wie viele Brutwaben für Brutableger?
Für einen optimal zusammengestellten Brutableger benötigen Sie genau drei Brutwaben in verschiedenen Entwicklungsstadien. Diese spezifische Kombination stellt sicher, dass der neue Ableger alle notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung hat.
Die erste Brutwabe sollte bereits verdeckelte Brut enthalten. Diese Wabe liefert bald schlüpfende Bienen, die rasch die Volksstärke erhöhen. Die zweite Brutwabe sollte herangezogene Larven aufweisen, also Brut im mittleren Entwicklungsstadium. Die dritte Brutwabe muss frische Eier enthalten, aus denen die Bienen später Weiselzellen für die Königinnenzucht anlegen können.
Zusätzlich zu diesen drei Brutwaben gehören zwei Honigwaben und eine leere, mit Wasser besprühte Wabe in den Brutableger. Der gesamte Ableger passt damit optimal in einen 6-Waben-Ablegerkasten, der ausreichend Platz bietet und trotzdem durch die begrenzte Größe gut warm gehalten werden kann.
Wichtig ist, dass alle Brutwaben auch über genügend Pollen im Wabenkranz verfügen, damit die heranwachsende Brut optimal versorgt wird. Außerdem überträgt man die auf den Waben sitzenden Bienen gleich mit in den neuen Ableger, wodurch dieser von Anfang an über ausreichend Arbeiterinnen verfügt.
Brutableger Schritt für Schritt Anleitung
- Wählen Sie einen warmen Tag im Mai und beginnen Sie zur Mittagszeit, wenn viele Flugbienen unterwegs sind.
- Bereiten Sie einen 6-Waben-Ablegerkasten vor. Dieser bietet optimalen Raum für den neuen Brutableger.
- Finden und sichern Sie die Königin des Spendervolks, damit sie nicht versehentlich in den Ableger gelangt.
- Entnehmen Sie drei Brutwaben mit darauf sitzenden Bienen:
- Eine Wabe mit verdeckelter Brut
- Eine Wabe mit herangezogenen Larven
- Eine Wabe mit frischen Eiern
- Achten Sie darauf, dass genügend Pollen auf den Brutwaben vorhanden ist.
- Fügen Sie zwei Honigwaben mit aufsitzenden Bienen hinzu.
- Besprühen Sie eine leere Wabe großflächig mit Wasser und geben Sie diese als sechste Wabe dazu.
- Falls Sie keinen entfernten Stand haben, fegen Sie zusätzlich die Bienen von zwei weiteren Brutwaben in den Ableger.
- Bringen Sie den Brutableger für 24 Stunden in Kellerhaft oder direkt zu einem mindestens 3 km entfernten Stand.
- Nach der Kellerhaft stellen Sie den Ableger auf und verengen das Flugloch zum Schutz vor Räuberei.
Diese systematische Vorgehensweise hilft Ihnen, erfolgreiche Brutableger zu erstellen und bildet die Grundlage für starke neue Bienenvölker.
Brutableger Königin zusetzen wann?
Die ideale Zeit, um einem Brutableger eine Königin zuzusetzen, liegt etwa 7-9 Tage nach seiner Erstellung. Zu diesem Zeitpunkt müssen Sie den Ableger kontrollieren und die von den Bienen angesetzten Weiselzellen ausbrechen.
Nach dieser gründlichen Kontrolle können Sie dem Volk über einen Ausfresskäfig eine junge Königin zusetzen. Der Käfig schützt die neue Königin vor möglichen Angriffen der Bienen, bis diese ihre Pheromone angenommen haben. Alternativ können Sie auch eine qualitativ hochwertige, von den Bienen selbst angezogene Weiselzelle im Volk belassen, falls Sie keine Königin zusetzen möchten.
Bei der Kontrolle sollten Sie besonders auf eventuell vorhandene Eier (auch „Stifte“ genannt) achten. Falls Sie solche entdecken, deutet dies darauf hin, dass entweder die alte Königin versehentlich mit in den Ableger gelangt ist oder die Bienen möglicherweise drohnenbrütig geworden sind.
Eine unbegattete junge Königin beginnt bei günstigen Wetterbedingungen nach spätestens 10-14 Tagen mit dem Legen von Eiern. Nach dem Zusetzen der Königin sollten Sie den Brutableger erst nach 2-3 Wochen wieder kontrollieren, wenn die erste Brut bereits verdeckelt wurde oder kurz vor der Verdeckelung steht. Diese Ruhezeit ist wichtig, damit die Königin ungestört mit ihrer Legetätigkeit beginnen kann.
Brutableger füttern womit?
Die richtige Fütterung spielt für die Entwicklung eines Brutablegers eine entscheidende Rolle. Direkt nach der Bildung sollte dem Ableger mindestens eine volle Futterwabe zur Verfügung stehen. Diese ist bereits Teil der standardmäßigen Zusammensetzung des Brutablegers, da zwei Honigwaben eingefügt werden.
Für die kontinuierliche Versorgung des jungen Volkes empfiehlt der Text zwei Hauptoptionen: Zuckerwasser oder Futterteig. Das Zuckerwasser sollte im Verhältnis 1:1 (gleiche Teile Zucker und Wasser) angemischt werden. Noch besser eignet sich allerdings Futterteig, der eine konstantere Nahrungsquelle bietet.
Die Fütterung erfolgt im wöchentlichen Rhythmus mit etwa einem Liter Zuckerwasser oder einer entsprechenden Menge Futterteig. Diese regelmäßige Zufütterung sollte bis zur Einwinterung im August/September fortgesetzt werden.
Eine ausreichende und kontinuierliche Fütterung unterstützt den Aufbau des Volkes, fördert die Wabenbau-Aktivität und bietet der jungen Königin optimale Bedingungen für ihre Legetätigkeit. Außerdem hilft die regelmäßige Fütterung dem jungen Volk, genügend Vorräte für die kalte Jahreszeit anzulegen.
Achten Sie bei jeder Kontrolle auf den Futtervorrat des Brutablegers und passen Sie die Futtermenge bei Bedarf an die Volksstärke und die Jahreszeit an.
Wie lange dauert es bis ein Brutableger ein Wirtschaftsvolk wird?
Die Entwicklung eines Brutablegers zum vollwertigen Wirtschaftsvolk vollzieht sich in einem klar definierten Zeitrahmen. Dieser Prozess dauert etwa 3-4 Wochen nach der ersten Eiablage der jungen Königin.
In dieser Zeit wächst der Brutableger kontinuierlich durch die schlüpfenden Bienen aus den ursprünglich eingesetzten Brutwaben sowie durch die neue Brut der jungen Königin. Der entscheidende Moment für den Umzug in ein vollwertiges Magazin kommt, wenn ausreichend bestiftete und verdeckelte Brutwaben vorhanden sind und die Bienenmaße entsprechend zugenommen hat.
Die Gesamtdauer vom Erstellen des Brutablegers bis zum Status eines Wirtschaftsvolks hängt von mehreren Faktoren ab:
- Etwa 10-14 Tage für die Begattung und den Beginn der Eiablage bei einer unbegatteten Königin
- Dann weitere 3-4 Wochen bis genügend eigene Bienen geschlüpft sind
Dies summiert sich zu einer Gesamtzeit von etwa 5-6 Wochen, bis der Brutableger in ein vollwertiges Magazin umziehen kann und als junges Wirtschaftsvolk gilt. Bei der Umsetzung achten Sie darauf, das neue Magazin am gleichen Platz und mit gleicher Ausrichtung wie den Ablegerkasten zu platzieren, damit die Flugbienen ihr Volk wiederfinden.
Brutableger Schwarmverhinderung
Brutableger spielen eine wichtige Rolle bei der Schwarmverhinderung in der Imkerei. Der Text erwähnt ausdrücklich, dass die Bildung von Brutablegern als effektive Maßnahme „zur Zügelung des Schwarmtriebs“ dient, indem die Völker „künstlich geschröpft werden“.
Durch die gezielte Entnahme von Brutwaben und den darauf sitzenden Bienen verringert der Imker den Druck im Ursprungsvolk. Diese kontrollierte Reduzierung der Volksstärke nimmt dem Bienenvolk den Impuls zum natürlichen Schwärmen und lenkt dessen Energie in andere Bereiche.
Wenn Sie im Mai mit der Bildung von Brutablegern beginnen, greifen Sie genau in der Phase ein, in der die Völker naturgemäß beginnen, Schwarmgedanken zu entwickeln. Die Entnahme von drei Brutwaben und zwei Honigwaben samt Bienen reduziert die Population des Ursprungsvolks deutlich und gibt ihm mehr Raum zur Entwicklung.
Dieses „Schröpfen“ wirkt wie ein Ventil für den Schwarmtrieb. Das Volk muss nun Ressourcen in den Wiederaufbau der entnommenen Brut- und Honigwaben investieren, anstatt Schwarmzellen anzulegen. Gleichzeitig schaffen Sie mit dem Brutableger ein neues Volk, was dem natürlichen Vermehrungsdrang der Bienen entspricht, ohne dass diese schwärmen müssen.
Diese Methode verbindet somit geschickt die Volksvermehrung mit effektiver Schwarmprävention.
Brutableger im Mai erstellen
Der Mai gilt als idealer Monat für die Erstellung von Brutablegern in der Imkerei. Zu dieser Jahreszeit herrschen optimale Bedingungen, die den Erfolg dieser Methode der Volksvermehrung wesentlich unterstützen.
Im Mai werden die Tage merklich länger und die Temperaturen steigen deutlich an. Diese klimatischen Bedingungen fördern die Aktivität der Honigbienen und schaffen ein günstiges Umfeld für die Entwicklung neuer Völker. Gleichzeitig beginnt zu dieser Zeit das reiche Nektar- und Pollenangebot der Frühjahrsblüte, was sowohl dem geschwächten Ursprungsvolk als auch dem neuen Brutableger zugute kommt.
Ein weiterer Vorteil des Mai-Termins besteht darin, dass die Bienenvölker zu dieser Zeit bereits stark genug sind, um die Entnahme von Brutwaben gut zu verkraften. Die Volksstärke ermöglicht es dem Imker, Waben zu entnehmen, ohne das Ursprungsvolk zu gefährden.
Besonders günstig ist die Mittagszeit eines warmen Maitages, weil dann viele Flugbienen unterwegs sind. Dadurch verbleiben mehr junge Bienen auf den entnommenen Waben, die für die Brutpflege im neuen Ableger besonders wichtig sind.
Die Erstellung von Brutablegern im Mai dient zudem als wirksame Maßnahme zur Kontrolle des Schwarmtriebs, der in diesem Monat besonders stark ausgeprägt ist.
Brutableger mit begatteter Königin
Einen Brutableger mit einer bereits begatteten Königin zu starten, stellt eine effiziente Methode in der Imkerei dar. Sie können einem Brutableger nach der 7-9-tägigen Entwicklungsphase und dem Ausbrechen der selbst angelegten Weiselzellen eine Königin über einen Ausfresskäfig zusetzen.
Der Vorteil einer begatteten Königin liegt in der schnelleren Entwicklung des Ablegervolks. Während eine unbegattete junge Königin erst noch ihre Begattungsflüge absolvieren muss und bei günstigen Wetterbedingungen erst nach 10-14 Tagen mit dem Legen beginnt, kann eine bereits begattete Königin sofort mit der Eiablage starten.
Dies beschleunigt die Entwicklung des Brutablegers erheblich, da keine Zeit für die Begattungsphase verloren geht. Das Risiko eines Königinnenverlusts während der Begattungsflüge entfällt ebenfalls. Nach dem Zusetzen der begatteten Königin sollten Sie dem Volk dennoch 2-3 Wochen Ruhe gönnen, bevor Sie die erste Kontrolle durchführen.
Achten Sie bei der Verwendung einer begatteten Königin besonders auf eine ausreichende Fütterung des Ablegers, da die schnell wachsende Brutmenge einen erhöhten Futterbedarf mit sich bringt. Eine volle Futterwabe nach der Bildung und regelmäßige wöchentliche Fütterung mit Zuckerwasser oder Futterteig unterstützen die optimale Entwicklung des Volkes mit der begatteten Königin.
Wie oft Brutableger kontrollieren?
Die richtige Kontrollfrequenz ist entscheidend für den Erfolg eines Brutablegers. Der Text gibt hierzu klare Empfehlungen für verschiedene Entwicklungsphasen.
Die erste Kontrolle sollte 7-9 Tage nach der Erstellung des Brutablegers erfolgen. Bei dieser Inspektion überprüfen Sie die angesetzten Weiselzellen und brechen diese aus, falls Sie eine eigene Königin zusetzen möchten. Außerdem kontrollieren Sie, ob eventuell bereits wieder Eier vorhanden sind, was auf eine versehentlich mit eingebrachte Königin hindeuten würde.
Nach dem Zusetzen einer Königin oder dem Belassen einer guten Weiselzelle sollten Sie dem Brutableger eine längere Ruhephase gönnen. Der Text empfiehlt eindeutig: „Der Brutableger sollte jetzt erst in 2-3 Wochen wieder kontrolliert werden, wenn die erste Brut verdeckelt wurde, bzw. kurz vor der Verdeckelung steht.“ Diese Ruhezeit ist wichtig, damit die Königin ungestört mit ihrer Legetätigkeit beginnen kann.
Für die anschließende Entwicklungsphase empfiehlt der Text eine wöchentliche Fütterung mit Zuckerwasser oder Futterteig. Diese regelmäßigen Fütterungstermine können Sie auch für kurze Kontrollen des Entwicklungsstands nutzen, ohne das Volk unnötig zu stören.
Die nächste größere Kontrolle steht an, wenn der Brutableger zum Wirtschaftsvolk herangewachsen ist – etwa 3-4 Wochen nach der ersten Eiablage der jungen Königin. Dann prüfen Sie, ob genügend bestiftete und verdeckelte Brutwaben sowie eine ausreichende Bienenmaße vorhanden sind, um den Umzug in ein vollwertiges Magazin durchzuführen.
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