Zuckerteig bietet Honigbienen eine wertvolle Nahrungsquelle, besonders in trachtarmen Zeiten. Der auch als Futterteig bekannte Nährstofflieferant unterstützt Bienenvölker effektiv während Schlechtwetterperioden und dient als wichtige Ergänzung in der modernen Imkerei. Durch seine geschmeidige Konsistenz und einfache Herstellung aus Puderzucker und Honig hat sich Zuckerteig als unverzichtbares Hilfsmittel für Imker etabliert. Besonders Ableger und junge Völker profitieren von diesem Kraftfutter. Zudem spielt Zuckerteig eine wichtige Rolle bei der Eingliederung neuer Königinnen. In diesem Artikel erfahren Sie alles über Herstellung, Anwendung und Vorteile von Zuckerteig für Ihre Bienen.

Inhaltsverzeichnis
Was ist Zuckerteig und wofür wird er in der Imkerei verwendet?
Zuckerteig, auch Futterteig genannt, ist ein spezielles Nahrungsmittel für Bienen, das dem natürlichen Honig nachempfunden wurde. Anders als flüssiges Winterfutter präsentiert sich Zuckerteig als formbare Knetmasse mit geschmeidiger Konsistenz. Imker setzen dieses Kraftfutter gezielt ein, um ihre Bienenvölker in nahrungsarmen Perioden zu unterstützen.
Die Honigbiene nimmt den Zuckerteig bereitwillig auf und transportiert das Zucker-Honig-Gemisch in die Wabenzellen. Daher eignet sich der Futterteig hervorragend für die kurzfristige Zufütterung während Trachtpausen oder bei anhaltend schlechtem Wetter. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass Honig, der nach einer Zuckerteig-Fütterung während der Tracht geschleudert wird, nicht mehr verkauft werden darf.
In der Imkerei hat sich Zuckerteig außerdem als nützliches Hilfsmittel bei der Eingliederung neuer Königinnen bewährt. Die Bienen beschäftigen sich mit dem Ausfressen des Teigs und geben der jungen Königin dadurch Zeit, ihre Pheromone im Volk zu verteilen.
So stellen Sie Zuckerteig für Ihre Bienen selbst her
Die Herstellung von hochwertigem Zuckerteig für Ihre Bienen ist denkbar einfach. Das Grundrezept besteht aus lediglich zwei Hauptzutaten: Puderzucker und Honig. Für die optimale Mischung benötigen Sie drei Teile Puderzucker und einen Teil flüssigen Honig.
Vermengen Sie beide Zutaten gründlich miteinander, bis eine homogene Masse entsteht. Die Konsistenz spielt dabei eine entscheidende Rolle – der Teig sollte weder zu fest noch zu flüssig sein. Falls der Zuckerteig nach dem Vermischen zu hart wirkt, können Sie etwas Wasser oder zusätzlichen Honig beigeben.
Wichtig für die erfolgreiche Anwendung in der Imkerei ist die richtige Lagerung des nicht sofort verwendeten Futterteigs. Bewahren Sie überschüssigen Teig stets gut verschlossen in einer Plastiktüte auf. Dies verhindert, dass der Zuckerteig austrocknet und für die Bienen unbrauchbar wird. Trockene, harte Teigklumpen können von den Honigbienen nur schwer verarbeitet werden und erfordern viel Wasser zur Aufnahme.
Einsatzmöglichkeiten von Zuckerteig in der modernen Imkerei
In der zeitgemäßen Imkerei hat sich Zuckerteig als vielseitiges Futtermittel etabliert. Die Hauptanwendungen umfassen die Überbrückung von Trachtlücken, die Unterstützung schwacher Völker und die Eingliederung neuer Königinnen.
Während langer Schlechtwetterperioden können Bienenvölker ihre Nahrungsvorräte schnell aufbrauchen. Hier bietet der Zuckerteig eine ideale Lösung zur kurzfristigen Versorgung. Sie platzieren einfach flache Teigstücke auf die Rähmchenoberträger, von wo aus die Bienen das Futter in ihre Zellen transportieren.
Besonders Jungvölker und Ableger profitieren vom energiereichen Zuckerteig. Da diese nur über wenige Flugbienen verfügen, benötigen sie oft zusätzliche Unterstützung für ihre Entwicklung. Der Futterteig liefert ihnen die notwendige Energie für den Wabenbau und die Brutpflege.
Bei der Königinnenzucht dient Zuckerteig als natürliche Verzögerung bei der Freisetzung. Imker verschließen den Zusetzkäfig mit dem Teig, sodass die Bienen Zeit haben, sich an die neue Königin zu gewöhnen, während sie den Verschluss fressen.
Zuckerteig als Kraftfutter für Ableger und Jungvölker
Für Ableger und Jungvölker in der Imkerei stellt Zuckerteig ein wahres Kraftpaket dar. Diese jungen Bienenvölker besitzen nur eine begrenzte Anzahl an Flugbienen und können daher nicht genug Nektar sammeln. Der energiereiche Futterteig unterstützt sie deshalb optimal in ihrer Entwicklung.
Die Honigbienen nehmen den Zuckerteig besonders gerne an, wenn natürliche Tracht fehlt. Durch die Kombination aus Puderzucker (hauptsächlich Saccharose) und Honig erhalten die Bienen hochwertige Nahrung, die ihre Vitalität und Produktivität steigert.
Wichtig bei der Fütterung mit Zuckerteig ist ausreichende Wasserversorgung. Stellen Sie eine Bienentränke in unmittelbarer Nähe zum Bienenstand auf oder besprühen Sie eine Leerwabe mit Wasser, die Sie dann ins Volk einhängen. Dies erleichtert den Bienen die Aufnahme und Verarbeitung des Futterteigs erheblich.
Der Zuckerteig bietet für Ableger entscheidende Vorteile: Er ist einfach anzuwenden, wird gut angenommen und fördert die Volksentwicklung nachhaltig. Darüber hinaus verringert er das Risiko von Räuberei, das bei flüssiger Fütterung oft besteht.
Tipps zur richtigen Anwendung von Zuckerteig im Bienenvolk
Für optimale Ergebnisse in der Imkerei sollten Sie einige wichtige Aspekte bei der Anwendung von Zuckerteig beachten. Die richtige Platzierung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Legen Sie den Futterteig als flache Kuchen direkt auf die Rähmchenoberträger, wo die Bienen leichten Zugang haben.
Der Zeitpunkt der Fütterung beeinflusst maßgeblich den Nutzen des Zuckerteigs. Verwenden Sie ihn gezielt in trachtarmen Zeiten oder bei längeren Schlechtwetterperioden. Beachten Sie jedoch, dass nach einer Fütterung während der Tracht der geschleuderte Honig nicht mehr verkauft werden darf.
Die Konsistenz des Teigs ist ein weiterer wichtiger Faktor. Der Zuckerteig sollte geschmeidig sein, damit die Honigbienen ihn gut verarbeiten können. Zu harte Teigklumpen bereiten den Bienen Schwierigkeiten und erfordern viel Wasser zur Verarbeitung.
Auch die Menge des Futterteigs sollte dem Bedarf des Bienenvolks angepasst werden. Ein kleiner Ableger benötigt weniger als ein starkes Volk. Überprüfen Sie regelmäßig, ob der Teig aufgenommen wird, und entfernen Sie nicht verbrauchte Reste, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Alternative Rezepte für Zuckerteig in der Bienenzucht
Neben dem klassischen Rezept aus Puderzucker und Honig gibt es in der Imkerei auch Alternativen für die Herstellung von Zuckerteig. Diese Varianten können je nach Verfügbarkeit der Zutaten oder speziellen Bedürfnissen der Bienen zum Einsatz kommen.
Eine kostengünstigere Alternative verwendet Wasser anstelle von Honig. Obwohl die Bienen diesen Teig ebenfalls akzeptieren, sollten Sie beachten, dass er wesentlich schneller austrocknet. Regelmäßiges Überprüfen und eventuelles Anfeuchten werden dadurch notwendig.
Einige Imker ergänzen den Zuckerteig mit Pollenersatzstoffen oder Pollenpräparaten, um den Proteingehalt zu erhöhen. Dies kann besonders für die Brutentwicklung im Frühjahr förderlich sein. Der Zusatz von etwas Zitronensaft kann zudem die Haltbarkeit des Teigs verbessern.
Für die medikamentöse Behandlung eignet sich Zuckerteig ebenfalls als Trägersubstanz. Nach Absprache mit einem Bienensachverständigen können bestimmte Medikamente gegen Bienenkrankheiten in den Teig eingearbeitet werden.
Zuckerteig bei der Eingliederung neuer Königinnen
Ein besonders wichtiger Anwendungsbereich für Zuckerteig in der Imkerei ist die Eingliederung neuer Königinnen. Diese heikle Phase entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg bei der Umweiselung eines Bienenvolks.
Der Zuckerteig dient hier als natürliche Verzögerung beim Freisetzen der Königin. Imker verschließen den Zusetzkäfig mit dem Futterteig, sodass die Bienen diesen erst ausfressen müssen, bevor die neue Königin freikommt. Während dieser Zeit beschäftigen sich die Arbeiterinnen mit dem Teig und die Königin hat ausreichend Gelegenheit, ihre Pheromone im Volk zu verteilen.
Dieser schonende Prozess reduziert die Gefahr, dass die junge Königin abgestochen wird. Die Bienen gewöhnen sich allmählich an ihren Geruch und akzeptieren sie eher als neues Oberhaupt der Kolonie.
Für diese Anwendung sollte der Zuckerteig eine etwas festere Konsistenz haben als beim normalen Füttern. So wird sichergestellt, dass die Bienen ausreichend Zeit benötigen, um den Verschluss freizufressen. Die richtige Balance ist dabei entscheidend – zu weich bedeutet zu schnelle Freisetzung, zu hart könnte die Königin zu lange eingesperrt halten.
Fazit: Zuckerteig als wertvolle Unterstützung in der Bienenhaltung
Zuckerteig hat sich in der modernen Imkerei als unverzichtbares Hilfsmittel etabliert. Seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten machen ihn zu einem wertvollen Werkzeug für jeden Bienenhalter. Von der Überbrückung nahrungsarmer Zeiten bis zur sanften Eingliederung neuer Königinnen – der Futterteig unterstützt Imker bei zahlreichen Herausforderungen.
Die einfache Herstellung und Anwendung von Zuckerteig macht ihn besonders praktisch für die Bienenzucht. Mit nur zwei Hauptzutaten – Puderzucker und Honig – können Sie ein hochwertiges Kraftfutter für Ihre Honigbienen selbst herstellen. Beachten Sie dabei die richtige Konsistenz und Lagerung, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Vor allem Jungvölker und Ableger profitieren von dieser energiereichen Nahrungsquelle. Der Zuckerteig fördert ihre Entwicklung und unterstützt sie in Zeiten, in denen nicht genügend Nektar zur Verfügung steht. Dadurch trägt er wesentlich zur Gesundheit und Produktivität Ihrer Bienenvölker bei.
Setzen Sie Zuckerteig gezielt und bedarfsgerecht ein, und Sie werden die positiven Effekte auf Ihre Bienenhaltung bald bemerken. Als verantwortungsvoller Imker tragen Sie so zum Wohlbefinden Ihrer Bienen und letztlich zum Erhalt dieser wichtigen Bestäuber bei.
Weitere Artikel zum Thema Honigbiene:
- Winterfütterung der Honigbiene: Zeitpunkt & Methoden erklärt
- Bienenwesen: Königin, Arbeitsbiene & Drohn in der Imkerei
- Reinigungsflug der Honigbiene
- Bienenkrankheiten: Von Varroamilbe bis Faulbrut
- Räuberei in der Imkerei: So schützen Sie Ihre Honigbienen
- Bienenzucht: Königinnenzucht & Ablegerbildung
- Bienenrassen & Honigbienenarten: Der umfassende Überblick
- Bienenkommunikation – Rundtanz, Schwänzeltanz, Zittertanz erklärt
- Honigbienen erfolgreich einwintern: Alles über Winterfutter
Passende Inhalte zum Weiterlesen:
Das könnte auch Interessant sein:

Bienenwachskerzen selber machen – 4 Silikon-Gießformen im Praxistest
9. November 2025
Das Gießen von Bienenwachskerzen ist ein fantastisches Handwerk. Mein ausführlicher Test der vier Silikon-Gießformen hat gezeigt, dass Bienenwachskerzen selber machen mit dem richtigen System hervorragend gelingt. Für diesen Test habe ich die Bienenwachspastillen von thehoneyfactory.de genutzt. Als Imker möchtest Du aber vielleicht Dein eigenes, wertvolles Altwachs aus dem Sonnen– oder Dampfwachsschmelzer verarbeiten. Bevor dieses Rohwachs

Thymianhonig: Wirkung, Geschmack & Kaufguide
19. Juni 2025
Thymianhonig ist ein exquisiter Sortenhonig, der durch seinen intensiven, würzigen Geschmack und seine dunklere, bernsteinfarbene Farbe besticht. In der Imkerei gilt diese besondere Honigsorte als Rarität, da echte Bienenprodukte aus Thymiannektar hauptsächlich aus mediterranen Gebieten stammen. Diese Honigsorten werden aus dem Nektar der Thymianblüten gewonnen und zeichnen sich durch ihre außergewöhnlichen Eigenschaften aus. Thymianhonig besitzt

Fichtenhonig Wirkung | Heilmittel bei Erkältung
19. Juni 2025
Fichtenhonig gehört zu den wertvollsten Bienenprodukten der deutschen Imkerei und stellt als seltener Sortenhonig eine echte Delikatesse unter den Honigsorten dar. Dieser außergewöhnliche Waldhonig aus dem Honigtau der Rotfichte bietet nicht nur ein unvergleichliches Geschmackserlebnis, sondern überzeugt auch durch seine bemerkenswerten gesundheitlichen Eigenschaften. Die traditionelle Honiggewinnung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Blattläuse, die den süßen Pflanzensaft

Fenchelhonig: Seltene Delikatesse mit Heilkraft
19. Juni 2025
Fenchelhonig vereint die therapeutischen Eigenschaften des Fenchels mit den natürlichen Vorzügen des Honigs zu einem einzigartigen Naturprodukt. Diese besondere Honigsorte aus der Imkerei ist sowohl als seltene Delikatesse als auch als bewährtes Heilmittel in der Naturheilkunde geschätzt. Während echter Fenchelhonig eine absolute Rarität darstellt, bieten handelsübliche Fenchelhonig-Mischungen dennoch die wertvollen Eigenschaften der Fenchelpflanze. Sowohl Kinder
Deine Meinung ist gefragt!
Hast Du Anmerkungen, Fragen oder findest, dass ein wichtiger Punkt im Artikel noch fehlt? Dann schreib uns gerne einen Kommentar! Wir freuen uns über dein Feedback und prüfen gern, ob wir deine Hinweise in den Beitrag aufnehmen können.